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Deutscher Lesepreis 2017: Zehn herausragende Projekte gewürdigt

14.11.2017, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Stiftung Lesen
Die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung vergaben am 10.11. zum fünften Mal die mit insgesamt 19.500 € dotierte Auszeichnung für innovatives, individuelles, kommunales und schulisches Engagement in der Leseförderung.

Die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung haben gestern Abend im Berliner Humboldt Carré zehn Projekte mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet, die sich nachhaltig für die Leseförderung einsetzen. Der Preis wird unterstützt von FRÖBEL e.V., der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, der Arnulf Betzold GmbH sowie der Commerzbank-Stiftung und steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien. Er wurde in vier Kategorien vergeben: Ideen für morgen, Herausragendes individuelles Engagement, Herausragendes kommunales Engagement und Herausragende Leseförderung an Schulen.

Die Preisträger sind:

Ideen für morgen | Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung

Maria Rauschenberger: Spielerische Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung (Oldenburg/ Barcelona)
Mithilfe von musikalischen und visuellen Elementen in einer App werden Lese-/Rechtschreibstörungen vor dem Schuleintritt erkannt, um Leidensdruck und Frustration zu vermeiden.
Für weitere Informationen bitte hier klicken.

Herausragendes individuelles Engagement | Gestiftet von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur

1. Platz | Christine Dietzinger: Lese- und Theaterclub Turmgeflüster (Adelshofen)
Wöchentlicher Treffpunkt für Kinder ab 12 Jahren, um Literatur u.a. in Theaterworkshops und auf Bildungsfahrten interkulturell kennenzulernen.
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2. Platz | Ulf-Andre Thur: Bibliothek der Jugendarrestanstalt Berlin-Brandenburg (Berlin)
Engagiert geführte und täglich zugängliche Bibliothek für straffällig gewordene Jugendliche mit vielfältigem Veranstaltungsprogramm und pädagogischem Anspruch.
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3. Platz | Prof. Dr. Ina Brendel-Perpina: Leseclubs in Theorie und Praxis (Eichstätt)
Begleitung von Leseclubs in Form von Ausbildung studentischer Betreuer/innen, Gründung neuer Leseclubs sowie wissenschaftlicher Evaluation von deren Wirksamkeit.
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Herausragendes kommunales Engagement | Gestiftet von FRÖBEL e.V.

1. Platz | Medien- und Informationszentrum Stadtbücherei Biberach: Leseförderung im Netzwerk Lesen
Flächendeckende Förderung der Lese- und Medienkompetenz durch Vernetzung der Stadtbücherei mit allen kommunalen Bildungseinrichtungen.
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2. Platz | Fanprojekt Dresden e. V.: Leseclub im Stadion
Leseclub in den Räumlichkeiten des Stadions, um über das Thema Fußball auch leseferne Kinder für Bücher und Medien zu begeistern.
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3. Platz | Stadt- und Landesbibliothek Potsdam/Bibliotheksförderverein: Wie kommt das „W“ in den Baum? Eine Buchstabenreise durch Potsdam
Mehrwöchige Projektarbeit für deutsche und geflüchtete Kinder, Buchstaben in der Stadt zu finden und künstlerisch für eine Ausstellung aufzubereiten.
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Herausragende Leseförderung an Schulen | Gestiftet von Arnulf Betzold GmbH

1. Platz | Weibelfeldschule (Dreieich)
Gesamtschule mit moderner und umfangreich ausgestatteter Bibliothek, die allen Schülern altersgerechte und kreative Leseförderangeboten macht.
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2. Platz | Grundschule Kirchdorf (Hamburg)
Brennpunktschule, die mit einer festen, täglichen Lesezeit, Vorlesegesprächen, einer Bibliothek, Leseprojektwochen und Ausflügen die Lesemotivation stärkt.
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3. Platz | Förderzentrum „Clemens Winkler“ (Brand-Erbisdorf)
Förderschule, die die Leseförderung mit vielen kreativen Projekten umsetzt: vom Lesepicknick über redaktionelle Betätigung bis hin zum Buchmessebesuch.
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Schirmherrin Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, zeigte sich begeistert von der Vielfalt des bundesweiten Engagements: „Gute Konzepte der Leseförderung sind der Schlüssel zu Bildung und demokratischer Teilhabe. Lesen befähigt uns, Selbsterlebtes zu reflektieren, Horizonte zu erweitern und fremde Gedankenwelten zu verstehen. In unserer Gegenwart des schnellen Informationsflusses ist Lesekompetenz mehr denn je gefordert. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern und danke ihnen für ihren großartigen Einsatz.“

Auf der Festveranstaltung mit rund 200 geladenen Gästen aus Bildung, Wirtschaft, Politik und Kultur im Berliner Humboldt Carré betonte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen Dr. Jörg F. Maas: „Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr zeigen können, wie aktiv, ideenreich und lebendig die Leseförderung hierzulande ist. Ohne die Arbeit der Preisträgerinnen und Preisträger wäre es nicht möglich, nachwachsenden Generationen Lesefreude und Bildungschancen zu vermitteln. Nur durch Kooperationen auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene können wir auch in Zukunft die Bedeutung des Lesens für die Gesellschaft sichtbar machen und engagierte Initiativen fördern.“

Astrid Kießling-Taşkın, Vorstand des Initiativpartners Commerzbank-Stiftung, ergänzte: „Leseförderung muss zeitgemäß sein und mit den Lebensumständen der Menschen Schritt halten. Mit dem Sonderpreis ‚Ideen für morgen‘ verschaffen wir aussichtsreichen Projekten Raum zum Wachsen. So können wir dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft erfahren, wie sehr Lesen ihr Leben bereichern kann.“

Hintergründe zum Deutschen Lesepreis

Die Fähigkeit zu lesen ist für den Zusammenhalt und Erfolg einer Gesellschaft entscheidend: Kinder und Jugendliche, die regelmäßig zum Buch oder E-Book greifen, verstehen komplexe Sachverhalte meist besser als Altersgenossen mit weniger Leseerfahrung. Zudem begegnen sie anderen Menschen häufig mit mehr Empathie und können ihre Anliegen deutlicher formulieren. Allerdings weisen PISA-Studien und OECD-Berichte für die Lesekompetenz deutscher Kinder seit Jahren große Defizite auf: 16,2 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz. Darüber hinaus sind hierzulande rund 7,5 Millionen Erwachsene funktionale Analphabeten. Der Deutsche Lesepreis möchte daher das breite gesellschaftliche und individuelle Engagement derer würdigen, ohne die eine flächendeckende und nachhaltige Vermittlung von Lesefreude und -kompetenz nicht möglich wäre.


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