Ulla Wimmer: Leistungsmessungssysteme: Öffentliche Bibliotheken (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und
Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 5.6.5.3)
UNESCO: Moore (1992)
„Output Measures for Public Libraries“ war der erste publizierte
Indikatorenkatalog, der in seiner deutschen Übersetzung (1992) auch die
deutsche Diskussion beeinflusste. Von 39 Indikatoren beziehen sich knapp 20
auf Angebote, ca. 10 auf die Nutzung, 6 auf die Benutzerzufriedenheit, 3 auf
die Qualität des Angebots. Aspekte von Effizienz und Wirtschaftlichkeit
spielen (fast) keine Rolle. Die American Library Association entwickelte
daraus ein stark anwendungsorientiertes Instrumentarium, das sich auf 12
Indikatoren beschränkte. Diese umsetzungsorientierte Variante wurde aber
nicht ins Deutsche übertragen.
Betriebsvergleich an Öffentlichen Bibliotheken (1997)
1992 bis 1995 führten die Bertelsmann Stiftung und die Staatliche
Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken im Regierungsbezirk Düsseldorf einen
detaillierten Betriebsvergleich für die interne Steuerung von Öffentlichen
Bibliotheken durch. Er umfasste 40 Indikatoren, eine Benutzerbefragung,
einen Produktkatalog und einen Betriebsabrechnungsbogen für die
Kosten-Leistungsrechnung. Die Methodik des Betriebsvergleichs ist sehr gut
dokumentiert, enthält auch Formulare und Tabellen und wurde vielfach
nachgenutzt (s.u.); die Ergebnisse bildeten die Grundlage für den
BIX-ÖB.
BIX – Bibliotheksindex für Öffentliche Bibliotheken
Als Weiterentwicklung des Projekts „Betriebsvergleich an
Öffentlichen Bibliotheken“ starteten die Bertelsmann Stiftung und der
Deutsche Bibliotheksverband 1999 das Projekt BIX – Bibliotheksindex. Der
BIX-ÖB umfasst 17 Indikatoren, die mathematisch gewichtet, in Punkte
umgerechnet und zu einem Gesamtranking aggregiert werden. Aufgrund der
Gewichtungsfaktoren legt der BIX-ÖB ein starkes Gewicht auf die Nutzung; die
meisten Indikatoren finden sich im Bereich Auftragserfüllung (Ressourcen und
Angebote). Den BIX-Teilnehmern steht eine komplette Infrastruktur
(Datenerfassung, Support, Datenkontrolle, Auswertung und
Öffentlichkeitsarbeit) zur Verfügung; die Teilnahmegebühr dafür beträgt
170 Euro. Zwischen 150 und 210 Bibliotheken beteiligten sich seit 1999 am
BIX. Für sie ist der Indikatorenkatalog verbindlich, eine Einflussnahme ist
über die BIX-Steuerungsgruppe möglich. Der Erhebungsaufwand ist gering, da
die Mehrzahl der Daten sowieso für die DBS erhoben wird.