Jens Neumann: Management von Bibliotheksfusionen: Abläufe (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und
Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 3.9.5.4)
In der Literatur werden verschiedene Unterteilungen von
Fusionsprozessen vorgeschlagen, vierteilig ist die Unterteilung von
Hemmrich: Definitionsphase, Planungsphase, Realisierungsphase,
Einführungsphase. (Hemmrich, 2007, S. 18 f.)
Dreiteilig ist eine andere, die explizit für Public Merger
angewendet wird (Föhl, 2004, S. 80 ff.; Weibel, 2007, S. 56 ff.). Diese
Einteilung in Pre-Merger, Merger und Post-Merger entspricht den
Grundabläufen eines Projekts. In der Praxis wird es zu situativen
Anpassungen kommen, bei dem zumindest in der Mergerphase Planungsanpassungen
vorgenommen werden. Abhängig ist die Unterteilung auch von der Prozessgröße.
Jeder dieser Phasen werden bestimmte Aufgaben und Funktionen zugeordnet.
Pre-Merger/Merger-Setting
Die Phase des Pre-Merger wird als Phase der „konzeptionellen
Anbahnung einer Fusion und deren Entscheidung“ (Föhl, 2004, S. 80)
beschrieben. Föhl und Huber schreiben dieser Phase für den öffentlichen
Kultursektor eine höhere Wichtigkeit als den nachfolgenden Phasen. (Föhl,
2004, S. 81)
Innerhalb der Pre-Merger-Phase werden drei Unterschritte
vorgeschlagen. Zuerst sollen die Visionen und Ziele im Rahmen der Fusion
geklärt, dann eine Machbarkeitsstudie durchgeführt und letztlich eine
konkrete Vertragsgestaltungen begonnen werden. (Föhl, 2004, S. 85).
Im Rahmen der konzeptionellen Ausrichtung müssen eine Vielzahl
von Fragen geklärt werden, die auf Ziel und Durchführung wirken. Häufig wird
der Träger die Anbahnung der Fusion vornehmen. (Weibel, 2007, S. 56; Föhl,
2004, S. 80).
Im Rahmen der Ziel- und Visionsüberlegungen steht natürlich auch
immer die Suche nach einem geeigneten Fusionspartner, der in der Regel ein
„gleiches bzw. ein ähnliches Kulturprodukt bzw. -dienstleistung anbietet“
(Föhl, 2004, S. 91) und sich in räumlicher Nähe befindet. Für den
Bibliothekssektor ist hier im Zeitalter digitaler Produkte Dislozität jedoch
nicht zwangsweise ein Hindernis.