Ursula Georgy: Online Marketing: Ein Überblick (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und
Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2012, Abschn. 7.6.1)
Spricht man Bibliotheken auf Online-Marketing oder Online-Werbung an, so wurde
einem früher entgegen gehalten, dass Bannerwerbung oder Pop-Ups für sie nicht in
Frage kommen bzw. vom Träger nicht gestattet werden. Inzwischen wird
Online-Marketing häufig gleichgesetzt mit Social Media und damit hat
Online-Marketing in Bibliotheken sehr schnell einen ganz anderen Stellenwert
erhalten.
Dieser Abschnitt soll verdeutlichen, dass sich Online-Marketing nicht allein auf
die vom Internet bekannten Werbeformen beschränkt und auch künftig nicht auf
Social Media reduziert werden kann und darf, sondern auch und vor allem
elementare Themen wie z.B. die Wahl der
Webadresse, die Gestaltung der
Homepage oder von Newslettern umfasst. Gerade hier werden zum Teil nach wie vor
gravierende Mängel deutlich, die dazu führen, dass Bibliotheken Potenziale im
Bereich der Kundenakquise und -bindung verschenken. Darüber hinaus gibt es aber
auch immer neue Trends, die Bibliotheken nicht verpassen sollten. Und der Markt
des Online-Marketings spielt weiterhin eine große Rolle. So gab der
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. –
BITKOM Mitte 2012 bekannt: „Online-Marketing und Online-Werbung wirken.
56 Prozent der Internetnutzer wurden bereits mindestens einmal durch
Online-Werbung zu einem Kauf oder zu einer Bestellung angeregt.“ Das Ranking der
Online-Werbung führen Produktempfehlungen in Online-Shops und Rabatt-Gutscheine
an. Jeweils 23 % der Internetnutzer ließen sich bereits durch diese Werbeformen
zu einem Kauf anregen. Den letzten Platz in diesem Ranking belegt die
Pop-up-Werbung. Nur 4 % der Internet-Nutzer ließen sich dadurch zu einem Kauf
animieren. Für Bibliotheken besonders interessant ist, dass rund zwei Drittel
der Kunden zwischen 14 und 29 Jahre auf Online-Werbung ansprechen. Aber selbst
bei den über 65-Jährigen sind es immer noch mehr als 25 %. (BITKOM, 2012a)