Konrad Umlauf: Organisationskultur (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und
Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 3.2.2)
Ziel einer kohärenten Gestaltung der Werte, Einstellungen und
Normen sind einheitlich von allen Mitarbeitern praktizierte Verhaltensstandards.
Sie äußern sich z.B. in
Es geht nicht darum, Individualitäten zu normieren oder
kasernenhofmäßig gleichzuschalten. Einige Beispiele sollen Anwendungen deutlich
machen:
Wenn der gewünschte Gesprächspartner am Telefon nicht
erreichbar ist, soll es nicht vom persönlichen Gutdünken des einzelnen
Mitarbeiters abhängen, ob das Angebot gemacht wird: Bitte geben Sie uns
Ihre Telefonnummer, wir rufen zurück.
Die Mitarbeiter sollen einheitlich entscheiden, wenn sie bei
großem Publikumsandrang vor der Alternative stehen, vielen Kunden eine
knappe und oberflächliche Auskunft oder wenigen Kunden eine gründliche
und ausführliche Auskunft zu geben. Der von Praktikern oft gegebene
Hinweis, die Entscheidung müsse man vom Einzelfall abhängig machen, geht
am Erfordernis vorbei, dass die Einzelfälle von allen Mitarbeitern nach
demselben betriebsspezifischen Standard eingeschätzt werden sollen.
Der Bekleidungsstil (z.B. Darf das Personal Publikumsdienst
in Freizeitkleidung leisten?) soll dem Charakter der Einrichtung
entsprechen.
Ein wiederkehrendes Problem sind uneinheitliche Auslegungen
der Benutzungsordnung, die im Extremfall Kunden in die Lage versetzen,
Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen.
Der Konsens soll praktiziert werden, dass die Mitarbeiter
nach außen nichts Schlechtes über die Organisation sagen.