Konrad Umlauf: Wertanalyse (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und
Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 8.4.4)
Ansatz der Wertanalyse
Konrad Umlauf: Ansatz der Wertanalyse (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und
Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 8.4.4.1)
Die Wertanalyse in Anwendung auf das Prozessmanagement des
Geschäftsgangs führt die in 8.4.3 angesprochenen Ansätze zur Optimierung
systematisch fort.
Die Wertanalyse wurde ursprünglich zur radikalen Kostensenkung
eingesetzt. Materielle Produkte und ihre Herstellungsverfahren wurden
systematisch analysiert, um Produktions- und Materialkosten zu senken. Sie
wird heute nicht nur zur Lösung wirtschaftlicher Probleme angewendet,
sondern auch im Bereich sozialer, ökologischer oder humaner Probleme. Sie
wird eingesetzt bei:
- –
materiellen Produkten
- –
Dienstleistungen
- –
Technologien, Planungen
- –
Arbeitsplatzgestaltung
- –
Raumorganisation im Betrieb
- –
Festlegung von Kompetenzen (Aufbauorganisation)
- –
Arbeitssystemen, d.h. beim Zusammenwirken von Mensch,
Arbeitsgegenstand und Betriebsmittel
- –
Organisationsabläufen, z.B. Fertigungssteuerung,
Wareneingang, Versand, Transport,
- –
Prozessrationalisierung
- –
Organisationsstrukturen, z.B. im Sekretariat
- –
Entscheidungen über Eigenfertigung und
Fremdfertigung.
Der Begriff Wert im Sinn der Wertanalyse wird definiert als
Beziehung zwischen dem Beitrag der Funktion (oder des Wertanalyse-Objekts)
zur Gesamtleistung des Objekts und den Kosten der Funktion (oder des
Wertanalyse-Objekts). Mit anderen Worten, die Wertanalyse fragt: Ist diese
Funktion aus Sicht der Gesamtleistung des Objekts ihren Preis wert? Die
Gesamtleistung des Objekts ist aus Sicht der Kunden, d.h. der heutigen und
zukünftigen Bibliotheksnutzer zu sehen. Als vermutete Sicht der zukünftigen
Nutzer dürfen allerdings nicht bloße Projektionen gegenwärtiger
Gegebenheiten hypostasiert werden; Beispiel: Die offenkundig funktionslose
Gewohnheit, den Preis auf die Rückseite des Titelblatts zu schreiben, darf
nicht mit dem Argument verteidigt werden, es könnte eines Tages eine
Situation eintreten, in der sich dies als nützlich erweise.

