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Arbeitszeitmodelle: Gleitzeit

Garantiert 17.10.2016, Ulrich Naumann, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Ulrich Naumann: Arbeitszeitmodelle: Gleitzeit (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 4.4.5.1)

Im TVöD werden für die Tarifbeschäftigten keine einheitlichen Vorgaben für die Gestaltung der Gleitzeit gemacht. Der Begriff taucht im Tariftext nicht auf, jedoch werden in den Fußnoten Bezüge zu geltenden Gleitzeitregelungen hergestellt. § 6 Abs. 6 und 7 TVöD geben die Möglichkeit vor, einen wöchentlichen Arbeitszeitkorridor bis zu 45 Stunden und eine Rahmenzeit von bis zu zwölf Stunden innerhalb des Zeitrahmens von 6 bis 20 Uhr zu vereinbaren. Mit dem Arbeitszeitkorridor und der Rahmenzeit wird die Möglichkeit eröffnet, die tariflich festgelegte Arbeitszeit* flexibel wahrzunehmen. Dann muss für jeden Tarifbeschäftigten verbindlich ein Arbeitszeitkonto eingerichtet werden, das aber auch durch Selbstaufschreibung (Gleitzeitbogen) geführt werden kann. Das eröffnet den Verwaltungen einen weiten Spielraum für eigene Festlegungen, die in der Regel als Dienstvereinbarung zwischen der Behördenleitung und dem Personalrat abgeschlossen werden. Dabei werden auch die Beamten eingebunden, sofern nicht andere gesetzliche Regelungen des Beamtenrechtes der Wirksamkeit einer Dienstvereinbarung entgegenstehen.*

Solche Dienstvereinbarungen sind oft „konservativ“ gefasst und dienen dem Ziel, eine relativ ausgedehnte „Rahmenarbeitszeit“ von täglich etwa 12 Stunden (7 bis 19 Uhr) zu definieren, innerhalb derer eine „Kernzeit“ von sechs Arbeitsstunden (9–15 Uhr) zu leisten ist.* Die Arbeitnehmer haben dann die Möglichkeit, die Arbeitszeit außerhalb der Kernzeit frei zu wählen, wobei Zeitgutschriften und Zeitunterschreitungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausgeglichen werden müssen. Dieser Ausgleich kann auch so erfolgen, dass entsprechende Zeitgutschriften zu einem oder mehreren „Gleitzeittag(en)“ zusammengefasst werden, den bzw. die einmal im Monat zu nehmen gestattet wird.

Es ist nachvollziehbar, dass im Öffentlichen Dienst mit generellen Regelungen die Anwesenheitspflicht zu Kernzeiten sichergestellt werden soll. Einerseits ist es sinnvoll, für einen reibungsarmen arbeitsteiligen betrieblichen Ablauf in der Kernzeit alle Mitarbeitenden persönlich in Besprechungen und sonstige Sitzungen einbeziehen zu können (innerbetriebliche Kommunikation), zum anderen wird der „Dienst“-Charakter des Öffentlichen Dienstes durch die Erreichbarkeit der Mitarbeiter für die Bürger zu erwartbaren Zeiten („front office“) gewahrt. Andererseits gibt es auch im Öffentlichen Dienst und damit auch in den Bibliotheken Bereiche („back office“), die nicht einen so engen Bürger- oder Nutzerkontakt pflegen (in den größeren Bibliotheken beispielsweise Mitarbeitende, die ausschließlich in der Zugangsbearbeitung beschäftigt werden), so dass auch andere Gestaltungsmöglichkeiten machbar sind. Bei einer Öffnungszeit der Leihstelle oder der Information bis 20 oder 22 Uhr müssen beispielsweise abweichende Regelungen von der Kernzeit vereinbart werden, um qualifiziertes Personal zu diesen späten Zeiten vor Ort zu haben.

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