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Aufruf: Breites Bündnis für kulturelle Vielfalt im Internet

22.5.2012, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Deutscher Kulturrat e.V.
Gerade mal einen Tag steht der Aufruf "Für kulturelle Vielfalt im Internet" des Deutschen Kulturrates im Netz und es setzen bereits über 500 Unterzeichner mit ihrer Stimme ein Signal für kulturelle Vielfalt im Internet.

Ein breites Bündnis hat sich hinter diesen Aufruf gestellt. Es reicht von Künstlern wie der Buchpreisträgerin Kathrin Schmidt, der Musikerin Julia Neigel, dem Filmemacher Andres Veiel, von Leitern von Kultureinrichtungen wie der Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Prof. Dr. Gabriele Beger, dem Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar Dr. Michael Knoche, dem Direktor des Sprengel Museum Hannover Prof. Dr. Ulrich Krempel, von Politikern wie dem Bundestagsvizepräsidenten Dr. h.c. Wolfgang Thierse, MdB, dem Stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Klaus Wowereit, dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder, MdB, dem Staatsminister für Kultur und Medien Bernd Neumann, MdB, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Hans-Joachim Otto, MdB, der Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler, den kulturpolitischen Sprechern im Deutschen Bundestag Wolfgang Börnsen, MdB (CDU/CSU), Siegmund Ehrmann, MdB (SPD), Reiner Deutschmann, MdB (FDP), Agnes Krumwiede, MdB (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Lukrezia Jochimsen, MdB (Die Linke), von Vertretern der Kirchen und Religionsgemeinschaften wie Bischof Dr. Markus Dröge (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz), Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (Bistum Würzburg), dem Sprecher für kulturpolitische Grundsatzfragen im Zentralkomitee der deutschen Katholiken Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, MdL, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek bis hin zu Kulturakteuren wie dem Präsidenten der Akademie der Künste Klaus Staeck und dem Präsidenten des Goethe Instituts Prof. Dr. hc. Klaus-Dieter Lehmann.

Alle Unterzeichner, unter ihnen viele Künstler, Kulturunternehmer, Mitarbeiter aus Kulturvereinen und Kultureinrichtungen, Kulturpolitiker, Kulturinteressierte, Kulturnutzer und andere, die den Aufruf unterstützen, plädieren für einen Dialog zur kulturellen Vielfalt im Internet. Sie unterstreichen mit dem Aufruf, dass Kunst und Kultur von der Kreativität einzelner Menschen leben. Künstler schaffen die Werke, die gespielt, gelesen, gesehen und gehört werden. Das trifft nicht nur auf die analoge, sondern ebenso auf die digitale Welt zu. Die Unterzeichner betonen, dass kulturelle Produktions- und Rezeptionsgewohnheiten einem ständigen Wandel unterworfen sind und sie verschließen sich keiner sinnvollen Änderung, die diese Entwicklung auch rechtlich nachvollzieht. Sie bekräftigen zugleich, dass bei allem Reformbedarf für hunderttausende von Kulturschaffenden und darüber hinaus für einen ganzen Wirtschaftszweig die Sicherung des Urheberrechts eine existenzielle Frage ist.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Es kommt Bewegung in die Diskussion zur Zukunft des Urheberrechts. In einem Punkt herrscht zwischen der sogenannten Netzgemeinde und dem Kulturbereich große Übereinstimmung: Das Urheberrecht muss der digitalen Welt angepasst werden. Es geht allerdings um die große Frage "Wie". Eines steht fest, der Kulturbereich ist nicht gegen die Nutzer. Im Gegenteil, die Nutzer sollen die künstlerischen Werke genießen, sich darüber austauschen, aber sie sollen bitte auch bezahlen. Dass dafür die bestehenden Geschäftsmodelle im Internet weiterentwickelt werden müssen, steht außer Frage. Ebenso außer Frage steht aber auch, dass Kunst im Internet nicht kostenlos zu haben ist. Es kann nicht sein, dass an Musik, Texten, Filmen und Bildern im Internet die Internetfirmen verdienen und der Kulturbereich mit Brosamen abgespeist werden soll. Hier besteht Handlungsbedarf und auch die sogenannte Netzgemeinde sollte nachdenken, ob es richtig ist, dass internationale Internetkonzerne Unsummen verdienen und Künstler keine Vergütung für ihre Leistung bekommen sollen. Google, YouTube und Co., schaffen keine Kunst, sondern verdienen nur daran!"

Der Aufruf „Für kulturelle Vielfalt im Internet“ ist einsehbar unter: http://kulturstimmen.de/aufruf/

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