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Benutzerschulung – Vermittlung von Informationskompetenz

Garantiert 5.12.2003, Benno Homann, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Benno Homann: Benutzerschulung – Vermittlung von Informationskompetenz (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 8.3.2)

Von der Einzelveranstaltung zum Schulungskonzept

Benno Homann: Von der Einzelveranstaltung zum Schulungskonzept (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 8.3.2.1)

Der Begriff „Benutzerschulung“ entstand in der Frühphase bibliothekarischer Schulungsaktivitäten in den siebziger Jahren. Bis vor einigen Jahren wurden in den Benutzerschulungen fast ausschließlich Kenntnisse zur Nutzung der bibliothekarischen Informationsangebote vermittelt.

Mit dem Konzept der Informationskompetenz (siehe 8.3.1) wird der Gegenstandsbereich von Schulungsveranstaltungen beträchtlich erweitert und bezieht sich u. a. auf Internetquellen und Suchmaschinen. Auch das traditionelle bibliothekarische Informationsangebot hat sich durch die elektronische Entwicklung diversifiziert und erweitert. Beispiele hierfür sind die bibliographischen Datenbanken, Lexika, etc.

Entsprechend angestiegen ist der Umfang der zu vermittelnden Inhalte und Fertigkeiten. Um diese Stofffülle zu bewältigen, müssen mehrere Veranstaltungen mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten angeboten werden, die pädagogisch aufeinander abzustimmen sind. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, ein umfassendes Gesamtkonzept für ein bibliothekarisches Schulungsangebot zu entwickeln.

Zu berücksichtigende Faktoren bei der Entwicklung von Schulungskonzepten

Benno Homann: Zu berücksichtigende Faktoren bei der Entwicklung von Schulungskonzepten (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 8.3.2.2)

Es gibt keine Schulung und kein Schulungskonzept das sich auf alle Bibliotheken und alle Situationen übertragen läßt. Erforderlich ist immer eine Anpassung an die spezifischen Gegebenheiten, in der sich eine Bibliothek mit ihrem Schulungsangebot befindet.

Bei der Konkretisierung des Schulungsangebots durch Festlegung der Ziele, Auswahl der Inhalte, der Gliederung der Stoff- und Veranstaltungsabfolge, Auswahl und Gestaltung der einzusetzenden Methoden und Medien sollten immer die Kontextfaktoren berücksichtigt werden. Diese Faktoren sind:

Inhalt

Adressat

Institution

Der Zusammenhang wird mit folgender Graphik veranschaulicht und im Anschluss erläutert.

Graphik 2: Faktoren der Schulungsgestaltung

Zum Gestaltungsfaktor Inhalt

Aspekt Beispielhafte Orientierungsfrage
Potenzielle Inhalte von
Informationskompetenz
Welche Datenbankmerkmale, Recherchetools,
Recherchestrategien könnten bei einer
„Datenbankeinführung“ thematisiert werden?
Inhaltsstruktur Lässt sich das Internetangebot für eine „Internetein-
führung“ mit seinen Recherchetools nach inhalt-
lichen oder formalen Merkmalen strukturieren?
Inhaltsniveau Lassen sich die möglichen Inhalte einer „Katalog-
einführung“ (Sonderkataloge, Expertensuche, Such-
strategien) unterschiedlichem Lernzielniveau und
Anforderungsebenen bzw. Prioritäten ändern?
Inhaltsrelevanz Welche Inhalte sind für eine „Einführung in die
Nutzung“ einer Bibliothek unbedingt wichtig, und
welche können in weiteren Veranstaltungen oder
aber bei der Auskunft thematisiert werden?


Zum Gestaltungsfaktor Adressat

Aspekt Beispielhafte Orientierungsfrage
Kenntnis / Erfahrung Kann bei einer „Datenbankeinführung“ an Recher-
cheerfahrungen mit Google angeknüpft werden?
Interessen Welche Themen könnten fächerübergreifend
für die Teilnehmer einer allgemeinen
„Katalogeinführung“ interessant sein?
Qualifikation Über welche Kenntnisse und Erfahrungen
verfügen Hauptfachstudenten bei einer
„fachspezifischen Datenbankeinführung“?
Lerntypus Eigenen sich für die Teilnehmer einer „Datenbank
einführung“ eher vorlesungsartige, textorientierte,
graphische oder experimentelle Lehr-/Lernformen?


Zum Gestaltungsfaktor Institution

Aspekt Beispielhafte Orientierungsfrage
Aufgabenrelevanz /
Fachrelevanz
Welches inhaltliche Niveau bzw. Lernziel kann ich
im Rahmen einer „fachbezogenen Einführung in
Datenbanken“ auf Grund des Fachcurriculums und
der Gewichtung der bibliothekarischen
Dienstaufgaben erzielen?
Zeitrahmen Wie viele Fertigkeiten zur effizienten Nutzung von
Datenbanken lassen sich im Rahmen von 1 oder 2
Zeitstunden vermitteln?
Personal Wie viele unterschiedliche Veranstaltungsthemen
und Veranstaltungstermine lassen sich mit dem
Schulungspersonal realisieren, und wie
umfangreich sind die didaktisch-methodischen
Qualifikationen, um z.B. aktivierende
Gruppenarbeiten konzeptionell einzusetzen?
Ausstattung Können die Methoden Gruppenarbeit und
PowerPoint-Vortrag auf Grund der technischen
Ausstattung und der Raumgröße sowie der
Möblierung eingesetzt werden?


Auswahl und Strukturierung der Inhalte mit Lernzielen

Benno Homann: Auswahl und Strukturierung der Inhalte mit Lernzielen (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 8.3.2.3)

Die Qualität eines umfassenden Schulungskonzepts hängt maßgeblich von der Auswahl und Verteilung der Inhalte auf die einzelnen Schulungsveranstaltung ab. Wichtige Instrumente zur Auswahl und Strukturierung sind Lernziele. Sie sollen das angestrebte Lernergebnis bezogen auf den Lernenden soweit als möglich beschreiben. Lernziele bieten die Möglichkeit, die zu vermittelnden Inhalte zu beurteilen und in der Schulungsplanung zu berücksichtigen nach

Lernzielebenen

Lernniveau

Lernzielebenen*

Lernzielebenen charakterisieren die Inhalte auf einer unterschiedlichen Abstraktionsebene. Sie eignen sich zu schrittweisen Konkretisierung eines Schulungskonzepts. Dabei sind insbesondere die Grob- und Feinziele wichtig für die Planung einzelner Schulungsveranstaltungen.

Lernzielniveau*

Die Berücksichtigung unterschiedlicher Lernniveauebenen erleichtert die Planung der Abfolge von Lerninhalten und deren Verteilung auf mehrere Schulungsmodule. Dabei lassen sich die Ziele abhängig von den Planungsbedürfnissen auch nochmals unterteilen, z.B. „Wissen“ in „Grundkenntnisse“, „Überblick“, „Detailkenntnisse“.

Unter Nutzung der beiden Lernzieltypologien lassen sich Schulungsangebote mittels einer Matrix planen

Die Matrix erleichtert den Überblick über ein Schulungsangebot. Aufbauend auf dieser Matrix können die Lernziele im Rahmen der Ablaufplanung zusammen mit der Festlegung der Methoden weiter präzisiert werden.

Wenn der Zeitrahmen für die Realisierung der angestrebten Lernziele nicht ausreicht, müssen diese unter didaktischen Aspekten reduziert werden. Hilfestellung bieten dabei folgende Fragen:

Welche Inhalte sind für die Schulungsteilnehmer (Adressaten) primär relevant?

Genügt auch ein niedrigeres Lernzielniveau?

Können bestimmte Lernziele nur exemplarisch an einem Beispiel vermittelt und dann auf andere Bereiche übertragen werden?

Schulungsmethoden

Benno Homann: Schulungsmethoden (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 8.3.2.4)

Grundsätzlich gilt, dass es keine „Königsmethode“ gibt, die für alle Zwecke geeignet ist. Jede Methode hat ihre Vor- und ihre Nachteile. Wichtig ist, dass sie adäquat eingesetzt wird.

Orientierungshilfe beim Einsatz von Methoden gibt folgender tabellarischer Überblick:

Schulungsmethoden

Methode Merkmale Empfehlungen
Lehrvortrag Leiter bestimmt Inhalte
und Informations-
abfolge
Dauer beschränken
(ca. 30 Min)
  Aufnahmefähigkeit
bei Zuhörer durch
Beschränkung auf
akustische Informa-
tionen begrenzt
Überblick und Zusam-
menfassung geben
      Strukturieren und dabei
wichtiges wiederholen
      potenzielles
Erfahrungswissen
ansprechen
Folienvortrag Leiter bestimmt
Inhalte und Infor-
mationsabfolge
kurze treffende
Überschriften
  PowerPoint-Folien
oder Transparent-
folien unterstützten
Vortrag
Strukturierung der
Folien (6–8 Punkte)
  Aufnahmefähigkeit
der Zuhörer durch
komplementäre
optische Informationen
erhöht
kurze Texte (max.
10 Worte pro Punkt)
      klare Gestaltung
der Folie (Punkte,
Unterpunkte)
      Konsistenz von Folie
und Vortrag
      Strukturierung und
Transparenz des
Gesamtvortrages mit
tels Inhaltsübersicht
      Gezielter Einsatz
von Graphik und
Animation

    Handout der Folien als
Lernunterstützung
Impulsmethode Leiter bestimmt
Inhalte und Infor-
mationsabfolge
Verteilung der Inhalte
in Vortragsteile von
ca. 10–15 Min.
  Wechsel von kurzen
Lehrvorträgen mit
Teilnehmeraktivitäten
in Kleingruppen
oder Paararbeit
Erstellung von
ergänzenden Aufgaben
für die Arbeitsdauer
von ca. 10–15 Min.
  Aktivität erhöht Auf-
nahmekapazität und
steigert Lerneffekt
Einplanung einer
Auswertungszeit von
ca. 10–15 Min.
      Vermittlung des
geplanten Ablaufs
Lehrgespräch Lerninhalte werden
über das Gespräch
zwischen Lehrenden
und Teilnehmern
erarbeitet
Kompetenz zur
adäquaten Anwendung
unterschiedlicher
Fragetechniken
(Denkfragen, offene
Erfahrungsfragen,
Kontrollfragen,
Stimmungsfragen,
Brainstorming)
erforderlich
  Lehrender steuert mit
gezielten Fragen den
Lernprozess
Hohe Anforderung an
Sachkompetenz
      Einplanung gruppen-
dynamischer
Prozesse
Gruppenarbeit Lerninhalte werden
teilnehmerzentriert in
Gruppen erarbeitet
Festlegung der Gruppenaufgaben (komplementär oder identisch)
  Veranstaltungsleiter
beschränkt sich auf
die Organisation der
inhaltlichen und
methodischen
Rahmenbedingungen
Festlegung des
Gruppenbildungs-
verfahrens (z.B. Kar-
ten-, Zählmethoden)
  Hoher Zeitaufwand
für Vorbereitung und
Durchführung
Planung des
Zeitablaufs
(Gruppenarbeit,
Auswertungszeit)
  Intensive Lernprozesse Vorgaben für die
Ergebnispräsentation
und -auswertung
(Strukturen, Medien,
Technik)
      Raumgestaltung für
Gruppenarbeit
      Moderations
kompetenzen
sinnvoll


Ablaufplanung einer Schulungsveranstaltung

Benno Homann: Ablaufplanung einer Schulungsveranstaltung (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 8.3.2.5)

Wichtig für den erfolgreichen Verlauf einer Schulungsveranstaltung ist die vorherige Planung des voraussichtlichen Ablaufs in Lern-/Lernphasen. Die Ablaufplanung ist ein grundlegendes Hilfsinstrument, um

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