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Bibliotheken im Spannungsfeld zwischen Datenschutz und digitalen Services

14.11.2013, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Deutscher Bibliotheksverband e.V. (dbv)
Deutscher Bibliotheksverband nimmt Stellung zum Umgang mit sensiblen Daten von Bibliotheksnutzern

Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) weist daraufhin, dass in seinen Mitgliedsbibliotheken sensibel mit den Daten der Nutzerinnen und Nutzer umgegangen wird. "Die Bibliotheken sind sich der Sensibilität der persönlichen Daten ihrer Benutzer sehr bewusst", so der Verbandsvorsitzende Frank Simon-Ritz. In den "Ethischen Grundsätzen der Bibliotheks- und Informationsberufe", zu denen sich alle bibliothekarische Verbände bekennen, heißt es: "Wir respektieren die Privatsphäre unserer Kundinnen und Kunden. Wir speichern personenbezogene Daten nur zur Erbringung unserer Dienstleistung und nur im gesetzlichen Rahmen." Bibliotheken stimmen sich bei ihren personendatenbezogenen Verfahren mit den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten ab und prüfen die Nutzung entsprechender Dienste laufend. Der Deutsche Bibliotheksverband reagiert auf einen Beitrag des Heidelberger Germanisten Roland Reuß in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 12.11.2013, in dem mögliche Risiken aus dem Zusammenwirken von Internet-Suchmaschinen und Recherchen in Bibliothekskatalogen kritisch aufgegriffen wurden.

Die Bibliotheken setzen sich für die informationelle Selbstbestimmung der Nutzerinnen und Nutzer ein, indem sie konsequent für Datenschutz eintreten und den Nutzern die Möglichkeit geben, ihre Informationskompetenz weiterzuentwickeln. Datenschutz und Informationskompetenz gehören zu den Kernaufgaben der Bibliothekare.

Im Hinblick auf die Kooperation der Bayerischen Staatsbibliothek mit dem Internetkonzern Google erläutert der Deutsche Bibliotheksverband, dass auf diese Weise seit 2007 mehr als 900.000 Bücher digitalisiert wurden. Diese Bücher sind nicht nur über die Suchplattform Google zugänglich, sondern auch über den Katalog der Bibliothek sowie über Plattformen wie die Deutsche Digitale Bibliothek und die Europeana.

Auch die Zurverfügungstellung von Metadaten aus Bibliothekskatalogen für Google sieht der Verband als einen wichtigen Schritt, um künftig diese Erschließungsleistungen über einen zentralen Sucheinstieg zugänglich zu machen. In diesem Projekt werden ausschließlich bibliografische Daten geliefert, personenbezogene Daten werden grundsätzlich nicht weitergegeben. "Es geht darum", so Simon-Ritz weiter, "dass Bibliotheksbestände auch in der Zukunft auf angemessene Weise sichtbar sind."


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