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Das "Living Library" Konzept am Beispiel der Veranstaltung "Lebende Bücher in Ihrer Bibliothek"

Garantiert 9.6.2008, Niko Schachner, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Niko Schachner: Das "Living Library" Konzept am Beispiel der Veranstaltung "Lebende Bücher in Ihrer Bibliothek" (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 2.1.2)

Literatur

Niko Schachner: Literatur (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 2.1.2.0)

Abergel, Ronni (2005): Don’t judge a book by its cover! The Living Library Organiser’s Guide. Budapest: Council of Europe Publishing. Die deutsche Fassung ist erhältlich über: Deutsches Nationalkomitee für Internationale Jugendarbeit (DNK), Mühlendamm 3, 10178 Berlin.

Lismore’s Living Library. Evaluation Report (2007). Online verfügbar unter http://www.changelingaspects.com/PDF/Living%20Library%20-%20Lismore%20evaluation.pdf, zuletzt geprüft am 10.4.08.

Lively Books popular in Lismore. …and spreading across Australia (2006). Online verfügbar unter http://www.lismore.nsw.gov.au/stream_news.asp?Entry_ID=566, zuletzt geprüft am 10.4.08.

Infospeak 22
http://www.infospeak.org/shows/show2/index.htm, zuletzt geprüft am 10.4.08.

La Bibliotheque aux Livres Vivants
In: „Le Monde 2“ vom 21. Oktober 2006.

„Lebende Bücher in der Bibliothek“ Online verfügbar unter: http://www.stb-mh.de/Lebende-Buecher-in-Ihrer-Bibliothek.html, zuletzt geprüft am 10.4.08.

Detlefs, Beate (2006): Lebende Bücher. Eine neue Dimension der Ausleihe? In: BuB. Forum Bibliothek und Information, Jg. 58, H. 1, S. 19–20.

Niederhausen, Maike; Schachner, Niko (2008): Wo man Gespräche ausleihen kann: „Lebende Bücher in der Bibliothek“ In: BuB. Forum Bibliothek und Information, Forum Bibliothek und Information, Jg. 60 (2008) 01, S. 64.

Schachner, Niko (2007): Lebende Bücher in der Bibliothek: Umsetzung eines „Living Library“ – Projektes und die Bedeutung des Konzeptes für die bibliothekarische Arbeit. Diplomarbeit, Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften Studiengang Bibliothek. Online verfügbar unter: http://opus.kobv.de/fhpotsdam/volltexte/2008/75/, zuletzt geprüft am 10.4.08.

Definition von "Living Library"

Niko Schachner: Definition von "Living Library" (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 2.1.2.1)

Die „Living Library“ arbeitet nach dem bekannten Prinzip einer traditionellen Bibliothek: Leser entleihen sich ein Medium, beschäftigen sich für eine bestimmte Zeit mit diesem und bringen es schließlich zurück. Bei den Medien der „Living Library“ handelt es sich allerdings nicht um typische Informationsträger einer Bibliothek, sondern um Menschen, die sich für ein Gespräch zur Verfügung stellen. Die „Lebenden Bücher“ gehören Personengruppen an, die mit Vorurteilen, Stereotypisierung und sozialer Ausgrenzung konfrontiert sind.

Die Entleiherin beziehungsweise der Entleiher nutzt die Möglichkeit, mit Menschen zu sprechen, mit denen er/sie sonst nicht oder nur erschwert in einen Dialog treten würde. Die „Living Library“ fordert auf, sich in Form eines Dialoges ein eigenes Bild des Gegenübers zu machen. Bestehenden Vorurteilen soll so begegnet und die Möglichkeit gegeben werden, sich persönlich zu informieren.

„Living Library“ wurde von der dänischen Non-Government-Organisation „Stop the Violence“ erstmals im Jahr 2000 auf dem bekannten Musikfestival in Roskilde organisiert.

Es folgten zahlreiche Festivals, bei denen die „Living Library“ ein fester Bestandteil war. Im Jahr 2003 wurde das Konzept Teil des vom Europäischen Rat geförderten Programms „Youth promoting human rights and social cohesion“.

Ursprünglich ein typisches „small event within a large event“*, haben zahlreiche Organisationen die Möglichkeiten und Perspektiven des Konzeptes „Living Library“ erkannt und adaptiert. So finden sich „Lebende Bücher“ weiterhin auf Musikfestivals, darüber hinaus auf Buchmessen, Schulen, und vor allem in Bibliotheken wieder. Im Folgenden werden Aspekte der Organisation eines „Living Library“-Projektes speziell für Bibliotheken vorgestellt.

Die "Living Library" in der Praxis: "Lebende Bücher" in der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf, Berlin

Niko Schachner: Die "Living Library" in der Praxis: "Lebende Bücher" in der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf, Berlin (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 2.1.2.2)

Am 20. April 2007 eröffnete die Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ in Berlin den UNESCO-Welttag des Buches mit dem Projekt „Lebende Bücher in Ihrer Bibliothek“.

Als „Lebende Bücher“ wurden bei diesem Projekt Menschen eingeladen, die sich für die Gesellschaft engagieren, interessante Berufe ausüben oder ungewöhnliche Lebenskonzepte verfolgen. Vierzehn Personen, darunter ein Entwicklungshelfer, ein Pastor, eine Greenpeace-Aktivistin, ein Paralympics-Athlet waren am Veranstaltungstag für Gespräche vor Ort.

Am Projekttag waren mehrere Schulklassen zu Gast in der Bibliothek und konnten ihre Fragen an die „Lebenden Bücher“ in Kleingruppen stellen und erörtern. Im Unterricht wurde die Aktion anschließend in Form einer „Buchbesprechung“ nachbereitet.

Am Nachmittag folgten Einzelgespräche mit Entleihern und Entleiherinnen, die sich ihre „Lebenden Bücher“ schon vor dem Veranstaltungstag für 30 Minuten „reserviert“ hatten.

Die Kontakte zu den „Lebenden Büchern“ schufen neue Anknüpfungspunkte für das Netzwerk der Bibliothek. Ideen für zukünftige Kooperationen mit der Bibliothek wie auch unter den „Lebenden Büchern“ selbst wurden an diesem Tag geboren.

Das Medienecho war vor und nach der Veranstaltung groß. Im Vorfeld wurde das Ereignis in einem Live-Radiointerview beworben. Ein Aufnahmeteam des ZDF drehte einen vierminütigen Beitrag für die Sendung „Sonntags“. Die Bibliothek konnte sich gemäß ihrem Leitbild als Ort der Begegnung und Kommunikation präsentieren. Nachfolgeveranstaltungen und Weiterentwicklungen des Projektes sind geplant.

Mögliche Zielgruppen einer "Living Library"-Veranstaltung

Niko Schachner: Mögliche Zielgruppen einer "Living Library"-Veranstaltung (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 2.1.2.3)

Direkte Zielgruppen:

SchülerInnen bzw. Studierende sowie deren DozentInnen bzw. LehrerInnen; Didaktische Vor- und Nachbereitung im Unterricht/Seminar bietet sich an.

Nutzergruppen der Bibliothek. Personengruppen, die Bibliotheken kaum oder selten nutzen und auf diese Weise auf die vielfältigen Angebote von Bibliotheken aufmerksam gemacht werden können. Dazu gehören Personen, die kulturell interessiert und weniger „klassische“ Medienkonsumenten sind.

Öffentlichkeit und Medien werden mit einer Veranstaltung wie „Living Library“ auf die Bibliothek aufmerksam gemacht.

Indirekte Zielgruppen:

Vereine und Organisationen, denen die „Lebenden Bücher“ möglicherweise angehören.

Unterhaltsträger der Bibliothek, wenn sich die Ziele, die im Leitbild einer Bibliothek formuliert sind, mit den Projektzielen der „Living Library“ decken. Zu nennen sind vor allem die Funktion öffentlicher Bibliotheken als kulturellem Begegnungs- und Kommunikationszentrum einer Stadt.

Fördervereine und Unterstützer der Bibliothek, die in Planung und Durchführung der „Living Library“ mit eingebunden werden sollten.

Die „Lebenden Bücher“ selbst mit Hinblick auf Kontaktarbeit im Einflussbereich der Bibliothek und langfristiger Kooperationen mit verschiedenen Einzelpersonen und/oder deren Organisationen.

Kooperation mit Schulen/Bildungseinrichtungen

Niko Schachner: Kooperation mit Schulen/Bildungseinrichtungen (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 2.1.2.4)

Hinsichtlich der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern ist es besonders wichtig, Bibliotheken als moderne Informations- und Kommunikationszentren in ihrem Umfeld darzustellen. Die Fähigkeit zuzuhören, Äußerungen zu hinterfragen und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen sind Schlüsselkompetenzen der schulischen Ausbildung. Diese Anforderungen decken sich mit den grundlegenden Vermittlungszielen einer „Living Library“.

Didaktisch wirkungsvoll wird eine „Living Library“ vor allem dann, wenn eine Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung in den Unterricht integriert wird. Denkbar sind „Buchbesprechungen“, in denen die Schüler die Erfahrungen aus den Gesprächen beschreiben und angeschnittene Themenbereiche vertiefend reflektieren. Der Kontext zum Unterrichtsstoff bietet sich gerade in der Beschäftigung mit Minderheiten und außergewöhnlichen Berufen oder Persönlichkeiten in der Gesellschaft an vielen Stellen an.

Unterschiedliche Ansätze lassen sich in der Kooperation zwischen Bibliotheken und Schulen sinnvoll verwirklichen. Als thematische „Living Libraries“ z.B. zu verschiedenen Berufen, sozialen Gruppen oder Herkunftsländern oder im Zusammenhang mit aktiver Leseförderung lassen sich verschiedene Themenbereiche auf der Grundlage klassischer Wissensquellen bearbeiten und durch das oral vermittelte Wissen der „Lebenden Bücher“ erweitern. Voraussetzung ist dabei die Zusammenarbeit mit Lehrern und Lehrerinnen um eine sinnvolle Integration in den Unterrichtsstoff zu erreichen.

Das Konzept der „Lebenden Bücher“ ist vor allem in Kooperation mit Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen vielversprechend. Bibliotheken können zum Nutzen aller Akteure ihren Teil zur „sozialen Kohäsion“ und gegenseitigem Verständnis beitragen.

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