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Digitale Langzeitarchivierung: Konzepte und Projekte

Garantiert 11.8.2017, Dieter Schwartz, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Dieter Schwartz: Digitale Langzeitarchivierung: Konzepte und Projekte (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 9.4.2.5)

Neben Einrichtungen zur Forschungsförderung (DFG, BMBF u. a.), wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen (FhG u. a.) und Gedächtnisorganisationen (Archive, Bibliotheken, Museen u. a.) hat sich eine Reihe von Initiativen und Netzwerken (DFN, DINI, DigiCulture, LOCKSS u. a.) auf nationaler und internationaler Ebene entwickelt, die sich die Sicherung des elektronischen kulturellen Erbes zum Ziel gesetzt haben.

Das Spektrum der Projekte aus dem Bereich Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit reicht von der methodischen Entwicklung zukunftsweisender Archivierungsverfahren, der detaillierten Prozess-/Arbeitsanalyse sowie der Umsetzung praktischer software-technischer Lösungen bis zur Entwicklung von Schulungsmodulen in Form von E-Tutorials. Es bestehen Anknüpfungspunkte zu den Bereichen E-Science, GRID-/ Cloud-Computing, Big Data, E-Publishing/ Electronic Ressource Management oder Forschungsdatenmanagement.

Marktstudien und Systemvergleiche

Dieter Schwartz: Marktstudien und Systemvergleiche (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 9.4.2.5.1)

In einer Studie zur Langzeitarchivierung wurden verschiedene Marktteilnehmer (z. B. IBM, Ex Libris, Hewlett-Packard) und ihre Produkte betrachtet.* Die Studie, die vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO im Jahre 2012 veröffentlicht wurde, unterscheidet drei Themenbereiche. Dies war zum einen der Bereich Enterprise Information Archiving (EIA), unter welchem insbesondere die Archivierung von digitalen Informationen in Unternehmen und Institutionen (Enterprise Content Management) verstanden wird. Im zweiten Bereich wurden Aktivitäten von Bibliotheken und Museen (Digitale Archive) zusammengefasst. Als dritter Bereich wurden Archivspeicher untersucht. Dies waren u. a. Trägermedien, die in den zurückliegenden Jahren zum Einsatz kamen (Mikrofiche/Mikrofilm, Optische Datenträger, Magnetbänder).

Mit der Zielrichtung eine fundierte Investitionsentscheidung für ein System fällen zu können, wurden im Rahmen dieser Studie Bewertungskriterien festgelegt. Es erfolgte eine Einteilung in sechs grundlegende Aufgabenbereiche eines Archivs:

  • Ingest (Die Übernahme von Objekten in das Archiv)

  • Archival Storage (Die Aufbewahrung der Objekte)

  • Data Management (Das Handling der Metadaten)

  • Administration (Der technische und kaufmännische Betrieb des Systems)

  • Preservation Planning (Die vorausschauende digitale Bestandserhaltung)

  • Access (Zugriff für den Konsumenten)

Abschließend stellte die Studie u. a. fest, dass die Archivspeicher ihren Funktionsumfang kontinuierlich ausbauen und die ersten Archive in der Cloud angeboten werden. Die Studie bemängelt, dass digitale Archive noch zurückhaltend auf dies Angebot reagieren.

Ein Vergleich bestehender Archivierungssysteme wurde im Jahre 2005 im Auftrag des Kompetenznetzwerkes Langzeitarchivierung durchgeführt.* Eine internationale Marktsichtung lieferte zunächst einen Überblick über die angebotenen Produkte. Im Rahmen der Studie wurden Anforderungen aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen zusammengeführt und ein entsprechendes Bewertungsschema erarbeitet, das eine vergleichende Produkteinstufung (Rating) erlaubt. Dieses Bewertungsschema wurde beispielhaft auf sechs Systeme (DIAS, DigiTool, Dspace, Eprints, Fedora, MyCoRe) angewendet.

Internationale Projekte

Dieter Schwartz: Internationale Projekte (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 9.4.2.5.2)

In unterschiedlichen Projekten und Programmen konnten zum einen Zielrichtungen und technische Werkzeuge einer Langzeitarchivierung konkretisiert werden. Über Initiativen und Netzwerke konnte zum anderen eine enge Zusammenarbeit von akademischen und kulturellen Einrichtungen realisiert werden.

APARSEN: Alliance for Permanent Access to the Records of Science in Europe Network
<www.alliancepermanentaccess.org>

DigiCulture: Technology Challenges for a Digital
Culture <www.digicult.info>

DigCurV: Digital Curator Vocation Education Europe
<www.digcur-education.org/>

DPC: Digital Preservation Coalition
<www.dpconline.org>

ERPANET: Electronic Research Preservation and Access
<www.erpanet.org>

NDIIPP: National Digital Information Infrastructure and Preservation Program
<www.digitalpreservation.gov>

PADI: Preserving Access to Digital Information
<http://pandora.nla.gov.au/tep/10691>

PLANETS: Preservation and Long-term Access through Networked Services
<www.planets-project.eu>

SCAPE: Scalable Preservation Environments
<www.scape-project.eu>

Beschreibungen der abgeschlossenen EU-Projekte Cultural, Artistic and Scientific Knowledge for Preservation, Access and Retrieval (CASPAR) und Digital Preservation Europe (DPE) sind in CORDIS (Community Research and Development Information Service) zu finden.

Es werden nachfolgend ausgewählte Projekte kurz beschrieben, die bereits abgeschlossen, in Folgeprojekte überführt, in einen Regelbetrieb übernommen wurden oder als konforme Produkte am Markt zu finden sind. Die Beschreibungen sollen die Themenbreite verdeutlichen, die in Projekten zur Langzeitarchivierung und -verfügbarkeit aufgegriffen wurde.

Projekte der Deutschen Nationalbibliothek

Dieter Schwartz: Projekte der Deutschen Nationalbibliothek (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 9.4.2.5.3)

Im Rahmen des Projektes Kooperativer Aufbau eines Langzeitarchivs digitaler Informationen (kopal) wurde ein Langzeitarchiv für digitale Daten aufgebaut, um deren langfristige Verfügbarkeit sicherzustellen (Projektlaufzeit: 2004-2007). Technische Basis bildete das System DIAS (Digital Information and Archiving System), in dem unterschiedlichste digitale Datenformate gespeichert werden können. Innerhalb des kopal-Projektes, das in das Nachfolge-Projekt DP4Lib überführt wurde, konnte eine prototypische Langzeitarchivierungssoftware (kopal Library for Retrieval and Ingest – koLibRI) entwickelt werden.

Im Projekt Digital Preservation for Libraries (DP4Lib) wurden Dienstleistungen für Ingest, Access und Curation implementiert (Projektlaufzeit: 2009-2012). Diese drei Hauptdienstleistungen (Aufnahme, Zugriff, Pflege) wurden dabei in das koLibRI-Toolset und den DNB-eigenen Geschäftsgang integriert. Projektpartnerinstitution war die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Die Deutsche Nationalbibliothek baute mit anderen Partnern ein LOCKSS (Lots Of Copies Keep Stuff Safe)-Netzwerk auf. Im Bereich der Bitstream-Erhaltung engagierte man sich im Projekt LuKII (LOCKSS-und-KOPAL-Infrastruktur-und-Interoperationalität) zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin (Projektlaufzeit: 2010-2012). Ziel des Projektes war die Interoperabilität des verteilten Archivsystems LOCKSS und des im Projekt kopal entstandenen Archivsystems herzustellen. Im Rahmen des Langzeitarchivierungsprojektes LuKII wurde ein Gutachten zu Rechtsfragen der digitalen Langzeitarchivierung erstellt.

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