Themen
Termine und Adressen
 
Do not fill this:

Sie möchten folgenden Artikel lesen:

Digitale Langzeitarchivierung: Organisatorische und technische Instrumente Teil 2

Garantiert 9.8.2017, Dieter Schwartz, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Dieter Schwartz: Digitale Langzeitarchivierung: Organisatorische und technische Instrumente (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 9.4.2.4)

Metadaten

Dieter Schwartz: Metadaten (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 9.4.2.4.4)

Metadaten tragen in unterschiedlicher Art und Weise zur langfristigen Erhaltung von digitalen Objekten bei. Im Rahmen der Langzeitarchivierung muss zwischen Metadaten unterschieden werden, die zur Beschreibung der Inhalte digitaler Ressourcen (Content) und zur Beschreibung der Vorgänge innerhalb des digitalen Archivs herangezogen werden.

Eine einheitliche Beschreibung der Contents durch bibliografische Metadaten (inhaltsbezogene Metadaten) eröffnet ein leistungsfähiges Retrieval. Vor dem Hintergrund von automatisierten Prozessen der Langzeitarchivierung können mit Hilfe von prozess-steuernden Metadaten beispielsweise routinemäßige Kontroll- oder Aktualisierungsprozesse innerhalb des digitalen Archivs angestoßen werden. Die Veränderungsprozesse, denen elektronische Dokumente bei Systemumstellungen der DV-technischen Komponenten ausgesetzt sind, können ebenfalls über Metadaten dokumentiert werden. Des Weiteren erfordern Zugriffsrechte auf digitale Objekte ein Rechtemanagement, das auf administrativen Metadaten basiert.

Beispiele für geeignete Metadatenformate zur Beschreibung von digitalen Objekten im Rahmen der Langzeitarchivierung sind in „PREMIS Data Dictionary for Preservation Metadata“ (PREMIS), „Langzeitarchivierungsmetadaten für elektronische Ressourcen“ (LMER) oder „Metadata Encoding and Transmission Standard“ (METS) zu finden.*

Persistent Identifier – PI

Persistent Identifiers ermöglichen – als eindeutige Bezeichner – den dauerhaften Zugriff auf digitale Objekte. Es gibt unterschiedliche Systeme, die jedoch eine ähnliche Funktionsweise haben: Im Grundprinzip wird eine eindeutige Kennung für ein digitales Dokument erstellt, die in einer Datenbank zusammen mit einer oder mehreren URLs hinterlegt ist. Über einen Resolving-Prozess (Verwaltung und Auflösung des Persistent Identifier) kann das Dokument angesteuert werden. Falls die erste URL nicht auffindbar ist, wird die nächste in der Datenbank gelistete URL aufgerufen.

Im Verlagswesen sind Digital Object Identifier (DOI) sehr verbreitet, während im Bibliotheksbereich Uniform Resource Names (URN) genutzt werden. Diese beiden Systeme zur eindeutigen, dauerhaften und referenzierbaren Identifikation digitaler Objekte werden nachfolgend vorgestellt.*

Digital Object Identifier – DOI

Der Digital Object Identifier (DOI) wird von der International DOI Foundation (IDF)* gepflegt, die sich in ihrer Arbeit auf Registrationsagenturen stützt. Ein DOI ist eine eindeutige und einfach strukturierte Zeichenfolge. In einem zentralen Verzeichnis ist die mit diesem DOI verbundene Internet-Adresse gespeichert. Die DOIs werden über ein Auflösungs- oder Umwandlungssystem (Resolver) zentral gepflegt.* Die vom Nutzer angefragte Adresse wird aufgelöst und so umgewandelt, dass über den Web-Browser eine Weiterleitung an die digitale Adresse (URL) erfolgen kann (vgl. Abb.1).

Digital Object Identifier – DOI

Universal Resource Locator – URL

doi:10.1186/ar1922

http://dx.doi.org/10.1186/ar1922

http://arthritis-research.com/content/8/3/R56

http://arthritis-research.biomedcentral.com/articles/10.1186/ar1922

DOI: Präfix / Suffix

Koelling, Sebastian et al.: Cartilage oligomeric matrix protein is involved in human limb development and in the pathogenesis of osteoarthritis. Arthritis Research & Therapy 2006, 8: R562006.


Abbildung 1: DOI und seine Umsetzung

Die Vorteile des DOI-Systems liegen in seiner internationalen Verbreitung und Technologieunabhängigkeit. Aufgrund seiner kryptischen Notation wird jedoch eine Zitierung erschwert.

Uniform Resource Name – URN

Um netzbasierte Publikationen eindeutig zu kennzeichnen, können Uniform Resource Names (URN) eingesetzt werden. Die Betreuung des URN-Systems erfolgt durch die Internet Engineering Task Force (IETF)*. Die URN identifiziert unterschiedliche Elemente, u. a. den Sprachraum. Eine URN verweist auf mindestens eine URL (vgl. Abb. 2).

Uniform Resource Name – URN

Uniform Resource Locator – URL

urn:nbn:de:gbv:089-3321752945

http://edoc01.tib.uni-hannover.de/edoks/e01dh01/332175294.pdf

http://d-nb.info/962820598/34

URN: National Bibliographic Number: Sprachraum: Bibliotheksverbund: Bibliotheksigel – Prüfnummer/-Ziffer

Schmachtenberg, Oliver:

Nitric Oxide in the Olfactory Epithelium. Hannover 2001.


Abbildung 2: URN und seine Umsetzung

URNs können in Nachweissysteme (z. B. Bestandskataloge) eingepflegt und über bibliographische Formate ausgetauscht werden. Die Deutsche Nationalbibliothek unterstützt Anwender aus dem deutschen Sprachraum, u. a. durch Bereitstellung eines UNR:NBN-Resolvers.*

Digitale Signaturen

Dieter Schwartz: Digitale Signaturen (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 9.4.2.4.5)

Allgemeines und technischer Hintergrund

Um die Integrität und Authentizität digitaler Ressourcen zu sichern, können digitale Signaturen und Zeitstempel verwendet werden. Sichere digitale Signaturen gewinnen im privaten und im kommerziellen Bereich eine steigende Akzeptanz, da sie u. a. die rechtlichen Erfordernisse einer eigenhändigen Unterschrift erfüllen. Digitale Unterschriften können beispielsweise mit Hilfe der asymmetrischen Kryptographie umgesetzt werden. In diesem Fall werden elektronische Schlüssel (private und öffentliche Schlüssel) eingesetzt. Der öffentliche Schlüssel wird an einer vertrauenswürdigen Stelle, einer Zertifizierungsstelle, registriert. Die digitalen Ressourcen werden mit dem privaten Schlüssel des Autors verbunden und können zusammen mit dem Zertifikat verschickt werden.

Um den Bearbeitungszustand eines Dokuments zu einem bestimmten Zeitpunkt festzuhalten, verwendet man einen sogenannten Zeitstempel. In einem digitalen Archiv müssen die Zeitstempel in regelmäßigen Abständen geprüft und ggf. erneuert werden.

Sie möchten weiterlesen?

Loggen Sie sich mit Ihrem Premium-Account ein oder erhalten Sie jetzt 14 Tage freien Zugang mit der Bestellung unseres Newsletters!

Jetzt gratis weiterlesen!
  • Zugriff auf alle Premium-Artikel der Seite!
  • Keine Kündigung erforderlich (Premium-Zugang endet automatisch)
  • Gratis und unverbindlich!
  • Zusätzlicher Fach-Newsletter für 0,00 €