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Fundraising: Maßnahmen und Anlässe

Garantiert 9.9.2009, Ivonne Rohmann, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Ivonne Rohmann: Fundraising: Maßnahmen und Anlässe (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 5.5.7)

Bibliotheken haben je nach Ausrichtung und Spezialisierung unterschiedliche Ansprüche und sollten nach einer detaillierten und systematischen Analyse der eigenen Organisation die qualitativen und quantitativen Ziele und die für das Fundraising verfügbaren Ressourcen kennen. Fundraising sollte exakt auf die eigene Einrichtung zugeschnitten sein und kann nicht von Bibliotheken, die erfolgreich Ressourcen einwerben, unmittelbar auf andere übertragen werden. Bibliotheken in Deutschland bitten vor allem in den Bereichen Bestandsaufbau, Bestandserhalt, Digitalisierung, Förderung der Medienkompetenz, Leseförderung und Veranstaltungen um Unterstützung. Generell gilt: je origineller und innovativer die Maßnahmen sind, desto größer sind die Chancen, Unterstützer für die Mission zu gewinnen. Ausgesprochen positive Impulse für eine Kampagne kann auch das Engagement eines Schirmherrn geben.

Im Rahmen des Aufbaus des Medienbestands wird um Ressourcen für den Erwerb von außergewöhnlichen Werken oder auch Zeitschriftenabonnements gebeten, für die keine regulären Mittel zur Verfügung stehen. Dabei können die gewünschten Werke z.B. im Internet in Wort und Bild und unter Angabe des Kaufpreises vorgestellt werden, wobei der potentielle Förderer eine Auswahl treffen kann. Alternativ können die Ressourcen allgemein für den Erwerb von Medien eingeworben werden (vgl. z.B. UB Konstanz).

Auch kann um die direkte Überlassung von (seltenen) Büchern z.B. aus Privat- oder Verlagsbesitz gebeten werden, was jedoch relativ aufwendig ist und voraussetzt, dass die gewünschten Bücher exakt beschrieben werden und die ,Wunschliste’ allgemein, z.B. über eine Datenbank, eingesehen werden kann. Dies lohnt in der Regel nur bei außergewöhnlichen Büchern, die zerstört wurden oder verloren gegangen sind. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek (HAAB) hat nach der Brandkatastrophe von 2004 eine Verlust- und Schadensdatenbank ins Internet gestellt, um so Ersatzexemplare für verbrannte oder geschädigte Bücher zu erhalten.

Zu den vielfältigen Maßnahmen, die die HAAB nach dem Brand initiierte oder modifizierte, gehört auch ein sog. Buchpatenschaftsprogramm. Diese Programme sind die ‚klassische’ Maßnahme zur Einwerbung von Ressourcen für die Konservierung und Restaurierung von wertvollen Einzelobjekten. Dabei werden, meist über die Internetseite der Bibliothek, besonders restaurierungsbedürftige Bücher im Bild vorgestellt und detaillierte Angaben zum Buch, den notwendigen Restaurierungsmaßnahmen und der für die Restaurierung veranschlagten Summe gemacht. Potentielle Buchpaten können sich so aus einem Konvolut von Objekten ihren ‚Favoriten’ aussuchen. Die Vorbereitungen für ein solches Programm, das in der Regel von Restauratoren ausgearbeitet wird, sind sehr arbeitsintensiv. Wie beim Erwerb von Medien besteht aber auch die Möglichkeit, generell um Mittel für die Restaurierung zu bitten, ohne diese der Behandlung eines bestimmten Buches zuzuordnen. Buchpatenschaften eignen sich auch als Geschenk zu beliebigen Anlässen, diese Option sollte einem Förderer also immer geboten werden (vgl. z.B. Bayerische Staatsbibliothek München).

Oft sind aber nicht nur einzelne Objekte betroffen, Schimmelbildung oder Säurefraß, eine Folge der Industrialisierung der Papierproduktion im 19. Jahrhundert, gefährden beispielsweise komplette Bestände. Die SUB Hamburg startete anlässlich des bundesweiten Tages des schriftlichen Kulturerbes 2006 die Kampagne ‚Hamburg ohne Worte’, um Ressourcen für die kostenintensive Massenentsäuerung der säuregeschädigten sog. Hamburgensien-Sammlung einzuwerben. Wie in der HAAB suchte man sich auch in der SUB Hamburg prominente Schirmherren (wie den Bundespräsidenten bzw. die Hamburger Kultursenatorin), die die Kampagnen maßgeblich fördern.

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