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Grundlagen der Beschaffung und Bereitstellung (kommerzieller) elektronischer Ressourcen

Garantiert 23.3.2017, Mario Kowalak, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Mario Kowalak: Grundlagen der Beschaffung und Bereitstellung (kommerzieller) elektronischer Ressourcen (Teil 1) (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 8.1.4.2)

Bereits der Report der DLF ERM Initiative (2004) weist darauf hin, dass bei der lokalen und individuellen Erwerbungsentscheidung in Bezug auf elektronische Medien im Wesentlichen drei Kernaspekte zu prüfen sind:

  • Ist das Produkt / die Ressource unter technischen Gesichtspunkten einsetzbar (hierzu zählen in einem weiteren Sinne u. a. Netzwerktauglichkeit, Kompatibilität mit diversen Schnittstellen, die evtl. vorhandene Notwendigkeit zusätzliche Software / Reader zu installieren, auch Fragen der Usability wie etwa Hürden beim Download / Print einzelner Inhalte durch die Endnutzer u.v.m.)?

  • Sind die Geschäftsbedingungen, mithin vor allem die Kosten, akzeptabel (hier gilt es für die Bibliothek vor allem abzuwägen, ob der erwartbare Nutzen bzw. die erhoffte Nutzung der betr. Quelle die im Raum stehenden Kosten rechtfertigen kann; in diesem Zusammenhang sind ggf. Kauf- oder Mietmodelle, variierende Zahlungsmöglichkeiten oder Möglichkeiten der Kostenverteilung bei gemeinsamer Beschaffung durch mehrere Bibliotheken durchzukalkulieren)?

  • Sind die Lizenzbedingungen akzeptabel?

Der letzte Aspekt soll aufgrund seines besonderen Gewichts im Erwerbungsprozess für elektronische Medien im Folgenden kurz herausgearbeitet werden.

Lizenz und Lizenzvertrag

Mario Kowalak: Lizenz und Lizenzvertrag (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 8.1.4.2.1)

Da sie zumindest theoretisch per digitaler Kopie unendlich vervielfältigbar sind, bedürfen Einsatz und Bereitstellung von externen kommerziellen elektronischen Ressourcen in Bibliotheken i. d. R. einer Rechteübertragung (vom Rechteinhaber / Anbieter auf die betr. Bibliothek). Die normierte Form der Rechteübertragung ist der schriftliche (Lizenz-)Vertrag. Der Prozess oder Vollzug der Rechteübertragung ist die Lizenzierung selbst. Wichtig zu erkennen ist dabei, dass auch dauerhaft erworbene externe digitale Inhalte (z. B. gekaufte elektronische Bücher einer Bibliothek) für gewöhnlich auf einem Nutzungs- oder Lizenzierungsvertrag aufsetzen, der die Regeln für Zugriffe durch Bibliotheksnutzer im Einzelnen genau festlegt. Mit dem „Kauf“, der Subskription oder erst recht einer temporären Miete / Bereitstellung einer elektronischen Ressource erwirbt die Bibliothek ein vertraglich geregeltes, zumeist einfaches, d. h. nicht exklusives Nutzungsrecht, jedoch kein vollwertiges Eigentum, mit dem die Bibliothek nach Belieben verfahren könnte (weiter verbreiten, untervermieten, verschenken, verkaufen usw.). Der Kauf betrifft in diesem Zusammenhang allenfalls die Daten selbst. Für wen und wo, wie lange, zu welchen Kosten und in welchen Formen die Bibliothek diese Daten bereitstellen kann, wird in den Nutzungsvereinbarungen / Lizenzverträgen geregelt.

Wesentliche und allgemein verbreitete Vertragselemente sind (in Auswahl):

  • Definition des Nutzerkreises bzw. der Zugriffsbereiche

  • Nutzungsrechte

    erlaubte Nutzung (usage rights)

    nichterlaubte Nutzung (prohibited usage)

  • Verpflichtung der Bibliothek zur Überwachung der Einhaltung von Nutzungsbedingungen

  • Freistellungen gegenüber Ansprüchen Dritter (i. d. R. wechselseitig für Anbieter und Bibliothek)

  • Laufzeiten, Preisfaktoren/-gestaltung, Kündigungsbedingungen

  • dauerhafte Zugänglichkeit und Bereitstellung des Produkts bzw. Langzeitarchivierung

  • Zugriff und Bereitstellung von Nutzungsstatistiken (nach Möglichkeit im COUNTER-Format)

  • Festlegung des Gerichtsorts.

Um die z. T. komplexe Materie und die Bedeutung und Verwendung der einschlägigen, häufig englischsprachigen Fachtermini besser zu durchdringen und besser gegen Probleme und Risiken gewappnet zu sein, ist in den vergangenen Jahren diesbezüglich eine Reihe von Musterverträgen, Handreichungen und Ansätzen zur Entwicklung von Standards verfasst worden. Aus dem inzwischen reichhaltigen Angebot sei hier exemplarisch verwiesen* auf die „Checkliste für Lizenzverträge“ der GeSIG, die LIBLICENSE-Website (

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