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Jugendschutz: Prinzip der Freiwilligen Selbstkontrolle

Garantiert 9.9.2009, Ulrike Verch, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Ulrike Verch: Jugendschutz: Prinzip der Freiwilligen Selbstkontrolle (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 10.6.4)

Das Prinzip der Freiwilligen Selbstkontrolle im Bereich des Jugendmedienschutzes wurde in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Gründung der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) nach dem Vorbild des US-amerikanischen Hays Code eingeführt. Auf diese Weise konnte einerseits eine staatliche Reglementierung vermieden und andererseits durch die freiwillige Vorabkontrollen für Filme mit dem Tag der Premiere ein altersgerechte Zugang frühzeitig statuiert werden. § 14 Abs. 6 JuSchG lautet: „Die obersten Landesbehörden können ein gemeinsames Verfahren für die Freigabe und Kennzeichnung der Filme sowie Film- und Spielprogramme auf der Grundlage der Ergebnisse der Prüfung durch von Verbänden der Wirtschaft getragene oder unterstützte Organisationen freiwilliger Selbstkontrolle vereinbaren. Im Rahmen dieser Vereinbarung kann bestimmt werden, dass die Freigaben und Kennzeichnungen durch eine Organisation der freiwilligen Selbstkontrolle Freigaben und Kennzeichnungen der obersten Landesbehörden aller Länder sind, soweit nicht eine oberste Landesbehörde für ihren Bereich eine abweichende Entscheidung trifft.“

Mit der Gesetzesnovellierung im Jahr 2003 wurde das Prinzip der Freiwilligen Selbstkontrolle ausgeweitet und auch auf die neuen Telemedien übertragen, so dass zur Zeit neben der FSK noch die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle), die FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter) und die FSF (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen) für die Privatsender anerkannt sind.* Im Bereich der Telemedien erfolgt gem. § 19 Abs. 4 JMStV die Anerkennung über die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), die 2003 als gemeinsame Einrichtung aller Landesmedienanstalten gegründet wurde und als zentrale Aufsichtsinstanz fungiert, um eine einheitliche Auslegung und Handhabung des JMStV zu gewährleisten. Wenn Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle gegen den ihnen zugebilligten Entscheidungsrahmen oder ihre eigenen anerkannten Satzungen und Richtlinien verstoßen, kann die KJM als Medienaufsicht ein Prüfverfahren oder ggf. auch Sanktionen einleiten (Prinzip der regulierten Selbstregulierung).*

a) Filme

Trägermedien, die filmische Darstellungen enthalten und Minderjährigen öffentlich angeboten werden, bedürfen nach § 14 JuSchG einer Alterskennzeichnung durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH (FSK), die durch ein deutlich sichtbares Zeichen, das auf dem Bildträger selbst oder seiner Verpackung anzubringen ist, klar erkennbar sein muss. Sind die Filme nicht von der FSK gekennzeichnet, ist nur der Zugang für Erwachsene erlaubt.

Als Einrichtung der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO) mit Sitz in Wiesbaden engagiert die FSK rund 200 ehrenamtliche Prüfer, die sowohl aus der Filmwirtschaft als auch aus dem öffentlichen Bereich kommen und für 3 Jahre ernannt werden. Die genauen Prüfverfahren der Jugendfreigabe, die grundsätzlich in vertraulichen Sitzungen getroffen werden und anfechtbar sind, basieren neben dem JuSchG im wesentlichen auf den selbst erlassenen Grundsätzen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH.* Die ausführlichen Begründungen der Altersfreigabe können rückwirkend bis 2002 im Internetarchiv der FSK nachgelesen werden.* Ferner bietet die FSK auf ihrer Homepage eine öffentlich zugängliche Datenbank, in der für die unterschiedlichen Filmgattungen die aktuellen FSK-Altersfreigaben recherchierbar sind.*

FSK-Kennzeichnungen für Filme*
ohne Altersbegrenzung keine schnellen Schnittfolgen, keine dunklen Szenen, keine lauten oder bedrohliche Geräusche „ FSK ab 0“ weißes Label
freigegeben ab 6 Jahren keine lang anhaltenden Spannungs- und Bedrohungselemente „ FSK ab 6“ gelbes Label
freigegeben ab 12 Jahren keine harten, gewaltbezogene Action-Filme, keine Helden mit antisozialem, destruktivem oder gewalttätigem Verhalten „ FSK ab 12“ grünes Label
freigegeben ab 16 Jahren keine Verharmlosung von Gewalt oder Drogenkonsum, keine diskriminierende Inhalte, keine sexuellen Darstellungen reduziert auf reine Triebbefriedigungen

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