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Literaturnobelpreis in der Krise – Vergabe des Literatur-Nobel-Preises ausgesetzt

4.5.2018, Azade Kakavand, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH
Der Literaturnobelpreis wird dieses Jahr nicht vergeben. Die schwedische Akademie gab heute, am 4. Mai, bekannt, die Verleihung des Preises auf 2019 zu vertagen. Damit zieht sie weitere Konsequenzen aus dem Skandal, der in den letzten Wochen und Monaten um die schwedische Akademie entbrannt ist.

Damit wird der Preis das achte Mal „reserviert“ und die Vergabe mit der Preisverleihung im nächsten Jahr zusammengelegt. Dieses Vorgehen ist in den Statuten des Nobelpreises eigentlich für den Fall vorgesehen, dass kein würdiger Kandidat gefunden wird. Zuvor war dies 1915, 1919, 1925, 1926, 1927, 1936 und 1949 geschehen. Die schwedische Akademie begründete die Verschiebung unter anderem damit, dass das Komitee derzeit nicht vollzählig und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Arbeit des Gremiums beschädigt ist. Nun möchte die Akademie ihre Prinzipien analysieren und überarbeiten.

Vorausgegangen war ein Skandal, in dessen Mittelpunkt Jean-Claude Arnault, der Leiter des „Nutidplats för Kultur“, einem Stockholmer Kulturform, steht. Er wird beschuldigt, sexuelle Übergriffe auf 18 Frauen im Umfeld der Akademie begangen zu haben.

Außerdem soll seine Organisation jährlich mit Stiftungsgeldern in Höhe von 12.000 Euro subventioniert worden sein, deren Nutzung nicht kontrolliert wurde. Mit in diese Unstimmigkeiten soll seine Frau, die Dichterin Katarina Frostenson, verstrickt sein. Sie ist Mitglied der Akademie und hatte bei der Vergabe von Geldern keine Interessenskonflikte bekannt gegeben.

Frostenson soll Arnault auch mit Informationen zur Auswahl der Preisträger versorgt haben. Diese unterliegen laut Stiftungsregeln einer 50-jährigen Sperrfrist bis zur Veröffentlichung.

Arnault und Frostenson sind momentan untergetaucht. Im Zuge dieser Aufdeckungen wurde ein Ausschlussverfahren gegen Frostenson anberaumt, welches allerdings nicht erfolgreich war. Aus Protest traten mehrere Akademiemitglieder zurück. Auch die Sekretärin der Jury für den Literaturnobelpreis trat auf Druck der Akademie zurück.


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