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Management und Organisation: Organisationsidentität, Leitbild, Marke - Kommunales Leitbild und ­Bibliotheksleitbild

Garantiert 8.7.2021, Konrad Umlauf, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Konrad Umlauf: Kommunales Leitbild und ­Bibliotheksleitbild (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 3.2.7)

Kommunale Leitbilder und Entwicklungskonzepte

Konrad Umlauf: Kommunale Leitbilder und Entwicklungskonzepte (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 3.2.7.1)

Im Idealfall ist das Bibliotheksleitbild gegenüber dem kommunalen Leitbild anschlussfähig. Es muss sich an ihm orientieren und in seinen Grundsätzen aus dem kommunalen Leitbild abgeleitet sein.

Entsprechendes gilt für das Bibliothekskonzept bzw. die Bibliotheksstrategie. Auch ein solches Dokument des strategischen Managements muss sich an den Strategien und längerfristigen Entwicklungs-/Zukunftskonzepten der Kommune orientieren und darlegen, welchen Beitrag die Bibliothek zur angestrebten Entwicklung der Gemeinde leisten will und kann.

Entsprechendes gilt für das Leitbild einer Hochschulbibliothek gegenüber dem Leitbild der Hochschule.

Kommunale Leitbilder sind jedoch nicht verbreitet. Entwicklungskonzepte von Städten beschränken sich oft auf Teilbereiche wie beispielsweise die Verkehrsplanung, die Wirtschaftsstruktur bzw. -ansiedlung, den Einzelhandel oder die bauliche Entwicklung. Dennoch lohnt sich auf der Suche nach Ideen für das Bibliotheksleitbild oder das Bibliothekskonzept die Auswertung einschlägiger Planungspapiere der Kommune. In Frage kommen insbesondere folgende Planungspapiere:

  • ein kommunales Leitbild. Kommunale Leitbilder sind allerdings mitunter unverbindliche Sammlungen von wünschbaren Ideen. Es kommt darauf an herauszufinden, ob das kommuna­le Leitbild überhaupt in konkreteren Planungen beachtet wird.

  • ein Stadtentwicklungsplan (STEP). Stadtentwicklungspläne sind eher langfristig angelegt, wenig konkret und sollen in weiteren Planungspapieren konkretisiert werden.

  • ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK). Synonyme sind integriertes Handlungskonzept (IHK) oder integriertes Entwicklungskonzept (IEK). Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept behandelt planerisch ein breites Spektrum an Handlungsfeldern von der Denkmalpflege bis zum Sport, von der Kultur bis zum Verkehr. Es geht von einer Bestandsaufnahme aus, benennt wünschbare Entwicklungen und nimmt mögliche Maßnahmen ohne Details in den Blick. Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept kann für die Gesamtstadt oder für Stadtteile usw. formuliert werden. Normalerweise orientieren sich die Städte bei der Erarbeitung ihres integrierten Stadtentwicklungskonzepts an einer Arbeitshilfe des Bundesministeriums für Umwelt.* Ein weiterer wichtiger Bezugspunkt sind die Landesentwicklungspläne.

  • kommunale Fachpläne bzw. –konzepte für einzelne Handlungsfelder, meist der Verwaltungsgliederung folgend, beispielsweise ein Kulturentwicklungsplan. Als überholt gelten Fachpläne, die detailliert quantitative Werte für künftige Zustände über mehrere Jahre hin auflisten. Seit etlichen Jahren bevorzugt man solche Ansätze, die mehr auf qualitativ formulierte Perspektiven und Szenarios setzen. Hintergrund dieses Wandels ist teils die Erkenntnis, dass nicht alles, was man sich vorgenommen hat, finanzierbar erscheint, teils aber auch die Erfahrung, dass trotz erreichter Ausbauziele Größen wie Lebensqualität und Akzeptanz seitens der Bürger als nicht immer befriedigend wahrgenommen werden. Auch spielt eine Rolle, dass sich die Zukunft immer weniger planen lässt und schon gar nicht längerfristig quantitativ planen lässt.

  • eine Lokale Nachhaltigkeitsstrategie. Sie geht von einem Leitbild aus und führt Programme und Maßnahmen auf, aber oft mehr als Appell an andere Planungsprozesse. Themen sind meistens Klimaschutz, demografischer Wandel, Nachhaltigkeit in der Wirtschaft.

Beispiel Radebeul

Konrad Umlauf: Beispiel Radebeul (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 3.2.7.2)

Die Stadt Radebeul (Sachsen) hat sich 2002 ein Leitbild* gegeben und nach einem Vorläufer ebenfalls aus 2002 ein fortgeschriebenes Integriertes Stadtentwicklungskonzept* in 2015 vorgelegt. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept nimmt auf das ältere Leitbild ausdrücklich Bezug und greift konsequent Ideen aus dem Leitbild auf.

An diesem Beispiel soll gezeigt werden, welche Aussagen für ein Bibliotheksleitbild, ein Bibliothekkonzept bzw. eine Bibliotheksstrategie sich aus diesen kommunalen Planungspapieren ableiten lassen. Die Formulierungen in der mittleren Spalte der folgenden Tabelle sind z. T. wörtlich diesen Planungspapieren entnommen, z. T. sinngemäße Wiedergaben. Wiederholungen sind bereits in den ausgewerteten Dokumenten vorhanden und kehren entsprechend in der rechten Spalte wieder. Sie können auf hohe Bedeutung der betreffenden Aussagen hindeuten.

Bezug

Aussagen in den jeweiligen ­Dokumenten, z. T. wörtlich

Mögliche Schlussfolgerungen für das Bibliotheksleitbild bzw. das Bibliothekskonzept

Stadtleitbild

Seit 1990 in Teilbereichen eine ­verstärkte Neuansiedlung

Ausbau der Angebote, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden

Kein ausgeprägtes Zentrum ­vorhanden, bandartige Struktur

Erhalt und Ausbau beider Standorte

Verstärktes Werben um junge Familien

Einschlägige Profilierung der Angebote; Leseförderung

Angebote für junge Familien ­sollen Radebeul für sie als Wohnstandort attraktiv machen

Ausreichende Angebote an ­Kinder- und Jugendmedien

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