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Mobile-Marketing

Garantiert 23.6.2015, Ursula Georgy, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Ursula Georgy: Mobile-Marketing (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.6.14)

Einleitung

Ursula Georgy: Einleitung (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.6.14.1)

Mobile Endgeräte, insbesondere Smartphones und Tablets stellen inzwischen ein vielseitiges Massenmedium dar. Mit ihnen kann man telefonieren, fotografieren, filmen, fernsehen, Radio hören, SMS bzw. MMS versenden und empfangen, E-Mails senden und empfangen, den Kalender, Adressen und Notizen verwalten, spielen, im Internet surfen etc. Ausgestattet sind sie teilweise mit mehreren Mikrophonen, einer immer höheren Auslösung und Bilddiagonale und immer häufiger mit NFC-Technologie (Near Field Communication). Zudem verfügen sie inzwischen standardmäßig über Navigationsanwendungen, Musikplayer und immer leistungsfähigere Akkus. In Deutschland wurden im Jahr 2014 über 112,5 Millionen Mobilfunkanschlüsse verzeichnet. Bemessen an der Einwohnerzahl von rund 81 Millionen bedeutet dies rund 1,4 Mobilfunkanschlüsse pro Einwohner. Und die Zahl der Deutschen, die Smartphones einsetzen, lag 2014 bei rund 41 Millionen. Damit hat sich die Zahl innerhalb von rund fünf Jahren verachtfacht!

Die Anzahl der Personen, die in Deutschland das Internet über ihre mobilen Endgeräte nutzen, hat sich in den letzten vier Jahren verdreifacht. 2010 nutzten knapp 11 Millionen Personen das mobile Internet, 2014 waren es schon ca. 34,5 Millionen Personen.

Mit der technischen Weiterentwicklung der mobilen Endgeräte hat auch das mobile Marketing stark an Bedeutung gewonnen. Der große Unterschied zu nicht mobilen Geräten besteht darin, dass mobile Endgeräte üblicherweise nur von einer einzigen Person genutzt werden, erreichbar und lokalisierbar sind. Daher bieten sich mobile Endgeräte vor allem für personalisiertes Marketing an. Welche Bedeutung dem mobilen Marketing zukommt, zeigt auch die Tatsache, dass die Leipzig School of Media seit 2013 einen berufsbegleitenden Master-Studiengang zu dem Thema anbietet.

Da neben dem Smartphone auch Tablets inzwischen zu ständigen Begleitern geworden sind, bietet sich über Mobile-Marketing die Möglichkeit, in ständigem bzw. regelmäßigem Kontakt zum Kunden zu stehen. Dies gelingt am besten, wenn der Kunde regelmäßig zu Interaktionen bewegt wird.

Anwendungen

Ursula Georgy: Anwendungen (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.6.14.2)

Im Folgenden werden die wichtigsten Anwendungen des Mobile-Marketings beschrieben. In vielen Fällen wird auch auf nicht-bibliothekarische Anwendungen Bezug genommen, da damit auch Trends aufgezeigt werden können, die für Bibliotheken relevant werden können.

Mobile Webseiten

Es sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, dass es sinnvoll ist, Webseiten optimiert für Smartphones anzubieten. Seit Ende April 2015 werden mobile Webseiten und installierte Apps als wichtige Ranking-Faktoren bei Google herangezogen. Konkret bedeutet dies, dass nicht-mobiloptimierte Seiten im mobilen Suchmaschinenindex an Sichtbarkeit verlieren. Dieser Schritt scheint konsequent, da die Anzahl der Suchanfragen über mobile Geräte inzwischen die Anfragen von Desktop-PCs und Notebooks bei weitem übersteigen. Um den Nutzern mobiler Geräte das bestmögliche Suchergebnis zu präsentieren, sollen daher mobil-optimierte Seiten im Ranking weit oben stehen. Google nennt als wichtige Kriterien:

  • Die optimale Anpassung der Inhalte an das jeweilige Endgerät.

  • Die Lesbarkeit der Texte ohne Zoomen.

  • Den Verzicht auf nicht-mobiltaugliche Software und Plattformen wie Flash.

  • Einen genügend großen Abstand zwischen Links, um diese treffsicher antippen zu können.

Einen Test auf Optimierung auf Mobilgeräte bietet Google Developers (2015) an.

Und vorbei sind die Zeiten, zu denen mobile Seiten mit anderen Top-Level-Domains wie mobi bezeichnet wurden. Auch die Verwendung von Second-Level-Domains wie z. B. http://www.Bibliotheksname-mobil.de oder Subdomains wie http://mobil.Bibliotheksname.de sind inzwischen eher unüblich.

Der Trend geht eindeutig zum Responsive Design oder Responsive Webdesign (Adaptives Weblayout), bei dem die Webseite dynamisch und automatisch den verschiedenen Displaygrößen angepasst wird. Der Inhalt bleibt dabei immer identisch, aber Design und Aufbau verändern sich bzw. passen sich an. Der Browser auf dem mobilen Endgerät sucht dabei automatisch nach den passenden Designvorgaben (CSS-Styles) und stellt dann auf dem jeweiligen mobilen Endgerät die Website passend ein. Diese Technik macht aber üblicherweise einen vollständigen Relaunch der Webseite notwendig, was mit entsprechenden Kosten verbunden ist und bei Bibliotheken in den meisten Fällen auch mit dem Träger abgesprochen sein muss, sofern nicht dieser selbst einen solchen Webauftritt plant. Auf der Website von t3n (2015) erhält man hilfreiche Tipps zur Gestaltung von adaptiven Webseiten.

Allerdings gibt es durchaus noch Gründe dafür, eine eigene mobile separate Website anzubieten. Häufig weichen diese Webseiten auch inhaltlich von der eigentlichen Website ab, d. h., es gibt sozusagen eine Parallelwelt.

Die Vorteile des Responsive Webdesigns liegen klar auf der Hand: es muss nur eine Website gepflegt werden, was die Pflege auch kostengünstiger macht. Zudem können Anpassungen z. B. an neue Displaygrößen schneller durchgeführt werden, da nur die CSS-Styles angepasst werden müssen. Einer der Nachteile ist, dass die Ladezeit der Seite oft sehr lange ist, da immer alle Dateien geladen werden müssen, die auch für die klassische Website notwendig sind. Dies ist vor allem dann mühsam, wenn kein schnelles Internet zur Verfügung steht.

Aber auch eigene mobile Webseiten haben ihre Vorteile. So können sie genau auf die mobilen Geräte ausgerichtet werden, sind somit vielfach verschlankt und können damit schneller geladen werden. Die Anpassungen, die vorgenommen werden, können exakt auf die Darstellung auf den mobilen Endgeräten angepasst werden. Der Nachteil liegt eindeutig darin begründet, dass immer zwei Webseiten separat und parallel gepflegt werden müssen.

Für die Darstellung der mobilen Webseite sollte grundsätzlich folgendes beachtet werden:

  • einfache, übersichtliche Einstiegsseite,

  • die wichtigsten Informationen an den Anfang stellen,

  • das Scrollen sollte minimiert werden,

  • guter Kontrast,

  • kompakte Darstellung der Information,

  • ggf. reduzierte Inhalte zur schnellen Erfassung,

  • sehr klares, benutzerfreundliches Design,

  • flache und reduzierte Navigationsstruktur,

  • wenige Bilder,

  • geringe Dateigröße, um kurze Ladezeiten sicher zu stellen,

  • keine Flash-Inhalte,

  • möglichst wenige Eingaben über Tastatur einfordern,

  • Buttons und Links so gestalten, dass sie mit dem Finger gut bedienbar und zu treffen sind,

  • visuelle Rückmeldungen einbauen, z. B. dass eine Seite geladen wird.

Ein Beispiel für adaptive Webseiten ist die Website der Stadtbücherei Geislingen (2015), wobei vier verschiedene Auflösungen abgefragt und angezeigt werden.

Webseiten der Stadtbücherei Geislingen über die verschiedenen Endgeräte:

Bibliotheken profitieren üblicherweise davon, wenn ihr Träger, z. B. Hochschule oder Stadt bzw. Kommune ihren Webauftritt umstellt. Und die Bibliothek sollte gegenüber dem Träger durchaus auch darauf drängen und sich als kompetenter Partner darstellen. Eine Übersicht bibliothekarischer Webseiten, optimiert für mobile Endgeräte, findet sich im Library Success Wiki M-Libraries (2014). Dort finden sich jedoch auch Links zu Entwicklungstools und Testprogrammen, Anwendungen in Bibliotheken etc.

Bibliotheken bieten über Smartphones vor allem die Suche im OPAC, die Verwaltung der eigenen Ausleihen, virtuelle Rundgänge etc. sowie Informationen zu einzelnen Medien an. Aber auch die Suche in Datenbanken sollte möglich sein. Die Anbieter dieser sind ebenfalls unter Library Success (2014) aufgeführt.

Podcasts/Videocasts

Smartphones haben den MP3-Player inzwischen praktisch abgelöst. Aus diesem Grund erscheint es wichtig, dass die Podcasts nicht nur über den Umweg eines PCs auf das Smartphone geladen werden können, sondern unmittelbar auf das Smartphone. Daher liegen Podcast-Clients für Smartphones (auch Podcast Catcher genannt) im Trend. Sie ermöglichen das Downloaden und Verwalten von Podcasts. Für alle Betriebssysteme der mobilen Endgeräte gibt es diese Podcast-Clients. Der am haufigsten genutzte Client ist iTunes von Apple, das ohnehin schon viele nutzen, da sie ihre Musik darüber verwalten. Eine Alternative ist z. B. die Freeware „Miro“. Sofern Kunden im Besitz eines Google-Kontos sind, kann auf eine spezielle Software ganz verzichtet werden: es genügt ein Browser mit einem Zugriff auf Google-Reader. Mit ihm lassen sich nicht nur RSS-Feeds verwalten sondern auch Podcasts. Der Vorteil ist, dass der Google-Reader die Dateien (Audio oder Video) direkt im Browser abspielt. Für iPhone und iPad scheint die verbreitetste Alternative Instacast 5 zu sein. Der VLC media player gehört zu den beliebtesten Media Playern unter Windows, der eine Alternative zum Windows Media Player darstellt. Ihn gibt es in einer PC- und einer mobilen Variante. Die Programme geben üblicherweise Standardformate wie MPEG, AVI, ASF, WMV, WMA, MP4, MOV, Raw DV, FLAC, FLV, MXF, Nut, MIDI, Creative™ Voice, MP3 etc., somit also auch Video-Streams aus dem Internet sowie Filme von DVDs wieder.

Der Begriff Podcast ist ein Kunstwort aus iPod (Markenname des MP3-Players von Apple) und Broadcast (Rundfunk). Als Erfinder des Podcastings gilt Tristan Louis, der dieses Konzept im Jahr 2000 vorschlug. Ein Podcast stellt eine Reihe von Audiobeiträgen dar – bei Videobeiträgen wird auch von Video-Podcast, Videocast oder Vodcast gesprochen – die auch als RSS-Feed abonniert werden können. Inzwischen wird der Begriff Podcast nicht mehr nur für Audiodateien verwendet. Er umfasst inzwischen in gleicher Weise Videodateien. Daher beziehen sich die Ausführungen allgemein auf Mediendateien.

Der Vorteil von Podcasts liegt darin, dass man die Beiträge jederzeit abrufen, nicht nur auf seinem PC hören und sehen kann, sondern auch auf seinen MP3-Player bzw. Smartphone downloaden kann. Pod- und Videocasts werden auch deshalb in den nächsten Jahren hohe Wachstumsraten zugesprochen, da immer mehr Menschen eine nicht unerhebliche Zeit täglich für ihren Weg zur Arbeit und zurück aufwenden. Diese Zeiten lassen sich ideal für Podcasting verwenden, da es an die individuellen Zeitintervalle und -strukturen anpassbar ist.

Inzwischen bieten die meisten Radio- und Fernsehsender Teile ihres Programms auch als Podcasts an. Es ist davon auszugehen, dass Live-Streaming und Video on Demand das klassische Fernsehen mittel- bis langfristig überholen werden. Dazu tragen u. a. auch Anbieter wie Netflix bei. Insbesondere die unter 30-Jährigen nutzen immer häufiger Web-TV-Dienste, neben Netflix vor allem YouTube oder/und die Streaminginhalte in Mediatheken der TV-Sender. Aber insgesamt gewinnt das zeitversetzte Fernsehen immer mehr an Bedeutung. Über ein Drittel der Online-Nutzer schauen sich inzwischen TV-Sendungen im Netz zeitversetzt an; rund ein Viertel nutzt Live-Streams im Internet.

Da die Nutzung von YouTube die Mediennutzung von Jugendlichen (12- bis 19-Jährige) immer stärker mit bestimmt, sollten auch Bibliotheken überlegen, ob sie dort vertreten sind. Immerhin nutzen rund 50 Prozent der Jugendlichen täglich YouTube. Und die Zeit, die sie dort verbringen ist erheblich, d. h., dass nicht nur kurze Videos angeschaut werden.

Auch für Bibliotheken sind Podcasts daher inzwischen interessante Web-2.0-Tools, zumal sie mit immer geringerem Aufwand selbst zu produzieren sind. Denkbar ist auch, dass Bibliotheken die Podcasts von ihren jungen Nutzern z. B. im Rahmen von Workshops selbst produzieren lassen. Das bietet den Vorteil, dass die Podcasts auch den Zeitgeist treffen. Bibliotheken wie die Stadtbibliothek Köln bieten ihren Kunden dazu auch Kurse an. Warum nicht gleich den Kurs mit einem eigenen Vorteil kombinieren.

So können z. B. News zur Bibliothek oder zu bestimmten Themenbereichen oder Produkten als Podcast angeboten werden. Häufig werden z. B. Online-Tutorials zu Datenbanken, zur Recherche etc. erstellt. Neben Online-Tutorials lassen sich aber z. B. auch Lesungen, Interviews und Ringvorlesungen veröffentlichen. In Hochschulen kann die Bibliothek ggf. gemeinsam mit der Abteilung für E-Learning bzw. dem Mediencenter zu einem wichtigen Dienstleister für die Fakultäten und Fachbereiche werden, indem sie Dozenten bei der Erstellung ihrer Lehrmaterialien unterstützen und eine entsprechende Plattform mit den Podcasts zur Verfügung stellen. Beispiele für solche Plattformen sind Lernfunk.de (Universität Osnabrück, 2015) und Podcampus (Multimedia Kantor Hamburg, 2015). Der Deutsche Bildungsserver des DIPF – Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung z. B. bietet einen Überblick von Audio- und Videoportalen von Hochschulen sowie weitere Medienportale und Beispiele virtueller Hochschullehre.

In den USA werden inzwischen zahlreiche Lehrveranstaltungen in iTunes U (Apple, 2015) verfügbar gemacht. iTunes U ist ein Bereich des iTunes Store mit kostenlosen Vorlesungen, Sprachkursen, Hörbüchern und mehr, die sich auf einem iPod, iPhone, Mac oder PC abspielen lassen. Inzwischen sind dort mehr als 600 Universitäten, schwerpunktmäßig aus den USA, vertreten. In Europa besonders erfolgreich ist die Open University in England. Mit einem ähnlichen Angebot wartet YouTube auf: YouTube EDU.

Über Podcasts lassen sich aber auch ganz andere Inhalte transportieren, wie z. B. die Podcasts der ZBW (2015) zeigt. Eine Straßenumfrage zum Thema „Welche Rolle spielen Bibliotheken in der heutigen Gesellschaft“ ist dort ebenso zu finden wie ein aktueller Beitrag zum Thema Web Science. So wird nicht nur die eigene Bibliothek ins Gespräch gebracht, vielmehr werden auch aktuelle Themen diskutiert, die für die Zielgruppen der ZBW von Interesse sind.

Es sollte aber auch daran gedacht werden, Videos in YouTube einzustellen oder die Beiträge sogar über einen eigenen Kanal anzubieten, der dann von Interessenten abonniert werden kann. So ist z. B. der dbv mit einem eigenen Kanal auf YouTube vertreten, wo er u. a. seinen Imagefilm präsentiert. YouTube eignet sich auch hervorragend dafür, sich Imagefilme anderer Bibliotheken anzusehen und sich mögliche Anregungen zu holen. Aber von Abrufen, wie sie z. B. die New York Public Library innerhalb von zwei Monaten mit ihrem Video „Explore NYPL´s Central Library Plan“ erreicht hat – mehr als 19.000 – können deutsche Bibliotheken nur träumen. In den USA finden sich bereits zahlreiche Bibliotheken, die Videos bereitstellen und so ihr Marketing verstärken. Podcasting kann im Rahmen des Marketings sowohl dem Bereich der Produkt- als auch der Kommunikationspolitik zugeordnet werden. Eine Liste von interessanten bibliothekarischen Podcasts findet sich z. B. auf der Seite von Library Success unter dem Stichwort Podcasting.

Eine Anleitung zur Erstellung von Podcasts findet sich u. a. auf iTunes und vielen anderen Plattformen. Das Erstellen von Ton- und Videoaufnahmen ist immer einfacher geworden. Das bedeutet aber vielfach auch, dass sie deutlich weniger professionell sind als früher, als eine Firma mit der Erstellung der Filme beauftragt werden musste. Natürlich muss ein selbstgedrehtes Video nicht unbedingt an professionelle Filme heran reichen, sie sollten aber auf jeden Fall interessant gemacht sein. Und natürlich gilt für Podcasts das gleiche wie für Webseiten: sie müssen leicht auffindbar, d. h. richtig verschlagwortet sein. Und wenn ein Video auf YouTube hochgeladen wird, und von der eigenen Webseite auf YouTube verlinkt wird, so führt dies den Kunden von der Webseite der Bibliothek weg, die Verweilsdauer sinkt, da der Kunde mit großer Wahrscheinlichkeit noch viele andere interessante Videos auf YouTube finden wird. Daher sollte auf der Bibliotheks-Homepage eine eigene Video-Streaming-Lösung integriert werden. Und natürlich sollte die Verlinkung der eigenen Videos auch auf Facebook, Google+ etc. erfolgen.

Sinnvoll kann es auch sein, die Größe der Podcasts anzugeben. Als Faustregel gilt, dass eine Minute Podcast in Stereo rund 1 MB, eine Minute Videocast rund 27 MB Speicherplatz benötigt.

Apps

Bei Apps (Applications) handelt es sich um kleine Programme bzw. Anwendungen, die üblicherweise für Smartphones und Tablets programmiert werden. Apps werden heute von Privatpersonen ebenso angeboten wie von Unternehmen. Aufgrund der immensen Zahl an verfügbaren Apps ist es nicht leicht, ein entsprechendes Marketing für die eigene App zu betreiben und diese bekannt zu machen. Die Apps von Bibliotheken dürften üblicherweise nicht unter den Top 50 oder 100 gelistet sein, so dass ein Marketing über die Betreiberplattform für Bibliotheken kaum realisierbar ist. Daher gilt es, einige Grundregeln für das Bekanntmachen von Apps zu beachten:

  • Bekanntmachen der App über alle Formen des Kundenkontaktes (Leihschein, Plakate, Pressemitteilung, Blogs etc.)

  • Einfügen eines Links in die E-Mail-Signatur

  • Kurzpräsentation der App mit interessanten Screenshots erstellen und über verschiedene Kanäle anbieten

  • Kurzpräsentation der App auf der eigenen Webseite

  • Integrieren eines „tell-a-friend“-Features, um größere Bekanntheit zu erreichen

  • Verwendung eines QR-Codes, der direkt auf den App-Shop oder die Webseite mit der App verweist. (siehe auch Abschnitt QR-Codes)

  • Bekanntmachen der App über soziale Netzwerke wie Facebook, Google+, Twitter und XING

  • Für die App eine eigene kleine Website erstellen

  • Die App regelmäßig verbessern, akualisieren und den Betriebssystemversionen der mobilen Endgeräte anpassen

  • Die App in Foren vorstellen und diskutieren lassen.

Für den Aufbau von Apps gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für den Aufbau mobiler Webseiten (s. Abschnitt Mobile Webseiten). Jedoch dürfte die Programmierung mobiler Apps für viele Bibliotheken durchaus eine Herausforderung darstellen. Eine der ersten Bibliotheken, die eine mobile App anbot, war die Bayerische Staatsbibliothek zu dem Thema: Famous books – Treasures of the Bavarian State Library. Inzwischen sind sechs weitere Apps hinzugekommen.

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden bietet einen Barcode-Scanner an, die ZBW mit ihrer App EconBiz ermöglicht die Recherche in EconBiz sowie einen Live-Chat mit einem Auskunftsbibliothekar.

Eine für Bibliotheken wichtige App ist die kostenlose Web Opac App (für Android-Geräte), die den Zugang von unterwegs auf die Kataloge und Mitgliedskonten von über 500 öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken im deutschsprachigen Raum ermöglicht und in verschiedenen Sprachen verfügbar ist. Die Plus Edition verfügt über zusätzliche Funktionen und ist für iOS-Geräte geeignet. Der Hauptvorteil liegt jedoch darin, dass sie mit Logo und Farben der Bibliothek versehen werden kann und im App-Store als einzelne App beworben wird. Zudem verfügt die Plus-Version auch über eine Vollintegration der Onleihe.

Eine speziell für Öffentliche Bibliotheken wichtige App ist die Onleihe, die es ermöglicht, den Onleihe-Service der Bibliotheken auch auf mobilen Geräten zu nutzen.

Bibliotheken sollten daher auch immer auf diese Apps verweisen.

Der Beitrag von Oliver Obst (2012) zur Zukunft des Bibliotheksmarketings enthält auch zu Apps interessante Links und Hinweise.

Mobile Deep Linking

Zahlreiche Funktionen, die für das Internet optimiert wurden, wie der Wechsel von einer App zu nächsten, funktioniert in dieser Weise nicht auf mobilen Endgeräten. Häufig muss umständlich die App gewechselt werden, um aufeinander folgende Prozesse zu realisieren: z. B. sucht man nach einem Theater in der Umgebung und möchte dann anschließend ein Ticket kaufen. Oder man landet nur auf der Hauptseite einer Website anstelle direkt auf der relevanten Unterseite.

Ein Beispiel für das Mobile Deep Linking ist die Verknüpfung von Facebook und der Messenger-App. Wer bei Facebook eine Nachricht verschicken möchte, wird automatisch zur Messenger-App weitergeleitet bzw. aufgefordert, diese zu installieren. Ebenso einfach gelangt man von der Messenger-App wieder zurück zur Facebook-App. Dieses Verlinken auf Unterseiten von Apps wird als Mobile Deep Linking bezeichnet. Das Prinzip der separaten Apps hat letztendlich dazu geführt, dass der Nutzer nicht wie bei Anwendungen auf Laptops oder PCs selbst Links setzen kann. Die Unternehmen holen dies jetzt nach – jedoch anders als im klassischen Web, wo der Nutzer die Links gesetzt hat. Das Mobile Deep Linking geht vom Anbieter aus. Bei den Links kann es sich um Videos, Texte, Bilder, Bestellmöglichkeiten etc. handeln. Der Vorteil von Deep Links liegt eindeutig in der Benutzerfreundlichkeit, und damit erhält Mobile Deep Linking auch eine große Relevanz für das Marketing: Wenn ein Nutzer einer App unkompliziert und schnell ohne weitere Navigation findet, wonach er sucht, bzw. dorthin geführt wird, führt dies zu einer erhöhten Konversionsrate. Und der Nutzer wird schneller zum Kunden, der direkt ein Produkt kauft.

Anbieter von Apps sollten sich also auch mit dem Thema Mobile Deep Linking beschäftigen, da diese Anwendung offensichtlich stark an Fahrt aufnimmt.

OCLC setzt mit seinem WorldCat ebenfalls auf Mobile Deep Linking. Wenn ein Nutzer unter WorldCat.org über ein Stichwort nach Literatur sucht, bekommt er detaillierte Informationen zu der gewünschten Literatur angezeigt. Als nächstes erhält er Hinweise auf Bibliotheken in der Nähe und kann last but not least im OPAC der Bibliothek den genauen Standort recherchieren. (OCLC, 2015)

SMS/MMS

Da mobile Endgeräte, insbesondere Smartphones, üblicherweise nur von einer einzigen Person genutzt werden, bietet es sich an, den Kunden per SMS oder MMS mit persönlichen Informationen zu versorgen. Auch wenn seit 2012 die Zahl der versandten SMS und MMS kontinuierlich abnimmt, bleibt der SMS-Service weiterhin ein wichtiger Baustein des mobilen Marketings.

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