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One-Person Libraries: Ein Ausblick

Garantiert 10.9.2003, Jürgen Plieninger, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Jürgen Plieninger: One-Person Libraries: Ein Ausblick (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 3.8.6)

In den USA wurde einmal die Einschätzung verbreitet, den OPLs gehöre die Zukunft im Bibliothekswesen. Wörtlich genommen ist diese Aussage Unsinn, denn es kann nicht darum gehen, eine Form oder Größe der Bibliothek gegen eine andere auszuspielen. Allzu oft profitieren die kleinen Bibliotheken von den Diensten der in der Nähe gelegenen größeren. Nein, gemeint ist die Dynamik, welche hinter der Entwicklung steht: Noch in den Siebzigern brach man den Stab über die kleinen Bibliotheken und sah eine Konzentration im Bibliothekswesen als sinnvoll an. Mittlerweile breiten sich beispielsweise in vielen Bereichen – nicht zuletzt im Firmenbereich – die OPLs aus. Und wenn auch allzu oft Bibliotheken auch wieder geschlossen („downsizing“) werden und die vormals von der Bibliothek erbrachte Leistung von außen („outsourcing“) eingekauft wird, so scheint doch die flexible, an Bedürfnisse der Organisation bzw. einer Abteilung der Organisation angepasste Arbeitsweise so erfolgreich zu sein, dass Anlass für viele Trägerorgansiationen besteht, solche Bibliotheken in steigendem Maße einzurichten. Es ist dies gewiss eine Erfolgsstory, die etwas mit dem Informationszeitalter, der Erreichbarkeit von elektronischen Diensten etc. zu tun hat, ohne diesen „Unterbau“ wäre die Leistung nicht denkbar, gleichzeitig ist es aber auch die Erfolgsstory von Kolleginnen und Kollegen, welche besonders zielgruppenorientiert und effizient ihre Bibliothek nach vorne gebracht haben. Wenn man so etwas wie ein „mission statement“ der One-Person Librarians formulieren wollte, könnte man die Formulierung von Judith Siess übernehmen:

The Four Hard Truths

  1. We must make ourselves the information experts. No one will give us our place in the information society. We can make ourselves the experts by virtue of our education and our customer orientation.

  2. We cannot demand respect, we must earn it. We can do so by keeping up in our field, participating in continuiung education, and developing professionality.

  3. We probably never will be paid what we are worth.

  4. We are all in the marketing business. We market our institutions, our services, and ourselves, and we do so all the time.

aus: Siess 2001, S. 56

Gleichzeitig ist es aber auch die Erfolgsstory von einzelnen Personen, Institutionen und Verbänden. Ohne die Initiative von Evelin Morgenstern, damals im DBI für den Beratungsdienst Spezialbibliotheken zuständig, jetzt für die Initiative Fortbildung tätig, den OPL-Ansatz in Form von Personen, Fortbildungsangeboten und Publikationen aus dem angelsächsischen Raum nach Deutschland zu transferieren, hätte sich dieser Ansatz nicht so schnell im deutschen Bibliothekswesen etabliert. Ohne die Bereitschaft des damaligen VdDB, jetzt aufgegangen im Berufsverband Bibliothek Information (BIB), eine eigene Kommission für OPLs einzurichten, wären Fortbildungsveranstaltungen und Austauschmöglichkeiten für OPLs nicht so stark gewachsen. Aber auch andere Verbände und Vereinigungen des Bibliothekswesens, AKMB, APBB und andere, haben sich in diesem Feld engagiert und Inhalte des OPL-Ansatzes in ihre Fortbildungsangebote mit integriert.

Auf der Ebene der Ausbildung ist zu vermerken, dass Inhalte des OPL-Ansatzes integriert wurden. Aus der Sicht von OPLs freilich ist das noch weit zu gering, wünschenswert wäre eine Schwerpunktbildung einerseits für den OPL-Bereich, andererseits aber auch für OPLs in einzelnen Fächern. Außerdem wäre eine Schulung der soft skills bereits in der Ausbildung wünschenswert: Bis eine One-Person Librarian sich diese Fähigkeiten über die Praxis und per Fortbildung aneignet hat, musste sie an ihrer Arbeitsstelle bereits jede Menge Lehrgeld zahlen!

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