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Pauschale Personalbedarfszahlen für Bibliotheken

Garantiert 23.6.2004, Ulrich Naumann, Konrad Umlauf, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Ulrich Naumann, Konrad Umlauf: Pauschale Personalbedarfszahlen für Bibliotheken (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm • Prof. Dr. Konrad Umlauf, Hamburg: Dashöfer 2011, Abschn. 4.3.2.3)

In Bibliotheken und Informationseinrichtungen werden wenige der bisher genannten Verfahren angewendet. Verbreitet ist die Vermischung politischer Forderungen mit betriebswirtschaftlichen Ansätzen, wobei in den politischen Forderungen mehr oder minder pauschal das Ziel einer extensiven Aufgabenwahrnehmung enthalten ist. Klarer wäre es, einen Aufgabenkatalog politisch zu verhandeln und im Sinn des Managementkreislaufs (siehe 3.3.1) Ziele mit dem Geldgeber zu vereinbaren, die mit ausreichenden Ressourcen verknüpft sind.

Zwei Ansätze, die auf pauschalen Personalbedarfszahlen beruhen, sind oft zitiert worden.

Pauschale Personalbedarfszahlen für wissenschaftliche Bibliotheken findet man bei Mallmann-Biehler (1982). Beispielsweise beträgt danach die Jahresleistung eines Fachreferenten an neuen Universitätsbibliotheken 6.400 Erwerbungen. Die Zahl beruht auf Erhebungen, in die statistische Daten des Outputs (Erwerbungen) und des Inputs (Personalstellen nach Gehalts-/Besoldungsgruppen) eingegangen sind. Offen bleibt dabei, welchen Anteil seiner Arbeitszeit der Fachreferent für die Auswahltätigkeit verwendet. Die Ermittlung des Personalbedarfs für Erwerbung ist auf diese Weise nicht möglich. Neuere und differenziertere Werte präsentierten Ceynowa/Coners (2002) aufgrund einer Untersuchung in drei Projektbibliotheken. Danach bewältigt ein Vollzeitäquivalent (= eine Vollzeitstelle) in der Erwerbungsabteilung folgende Anzahl Neuzugänge:

Bayerische Staatsbibliothek München: 2.717,

Universitäts- und Landesbibliothek Münster: 3.057,

Staats- und Universitätsbibliothek Bremen: 3.748.

Die Unterschiede erklären sich hauptsächlich aus Unterschieden in den erworbenen Materialien: Der Anteil von unkomplizierten Monografien ist in Bremen am größten.

Pauschale Personalbedarfszahlen für Öffentliche Bibliotheken nannte 1973 das KGSt-Gutachten (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung: Öffentliche Bibliothek 1973). Danach ist für eine voll entwickelte Öffentliche Bibliothek (2 Medieneinheiten pro Einwohner, 3 Ausleihen je Medieneinheit pro Jahr) von einem Personalbedarf von einer Personalstelle je 2.000 Einwohner auszugehen. Auch der Bibliotheksplan ’73 übernimmt in seiner Anlage 3 diese Forderung. Nur sehr wenige Bibliotheken wurden personell so ausgestattet. Kaum vergleichbar mit der heutigen Situation war der diesen Zahlen zugrunde liegende geringe Automatisierungsgrad und die große Fertigungstiefe (z.B. kaum Fremddaten bei der Katalogisierung). Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe Bibliothekswesen (Empfehlungen zur Förderung der Bibliotheken in den neuen Bundesländern 1991) forderte 1991, dass Öffentliche Bibliotheken mit mindestens 70 % der im KGSt-Gutachten empfohlenen Personalstellen ausgestattet sein sollen. Diese Forderung wurde auch in der Anlage 2 von Bibliotheken ’93 wiederholt.

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