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Public Affairs / Lobbyarbeit

Garantiert 21.11.2019, Frauke Schade, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Frauke Schade: Public Affairs / Lobbyarbeit (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.4.4)

Definition

Frauke Schade: Definition (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.4.4.1)

Die Kommunikation im politischen Raum ist für Bibliotheken als öffentlich finanzierte Einrichtungen von hoher Relevanz. Politische Kommunikation wird landläufig als Lobbyarbeit bezeichnet. Lobbyarbeit haftet jedoch häufig ein zweifelhafter Ruf an, der mit Manipulation, Korruption und Bestechung in den Hinterzimmern der Politik oder eben in der Lobby des Parlaments in Verbindung gebracht wird und die eigentliche Zielsetzung politischer Kommunikation in Misskredit bringt. In einem neueren Begriffsverständnis wird daher heute der Begriff Public Affairs verwendet, um zu betonen, dass es um die Interessenvertretung und -vermittlung von Organisationen und Unternehmen im politischen Raum geht:*

Public Affairs legitimiert Profit- und Non-Profit-Organisationen mittels nicht öffentlicher und öffentlicher Kommunikationsformen gegenüber dem politischen System.*

Ziele

Frauke Schade: Ziele (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.4.4.2)

Public Affairs zielt darauf ab, Interessen von Bibliotheken generell oder einer bestimmten Bibliothek zu artikulieren, zu begründen und durchzusetzen, um „Politik zu beeinflussen, bevor sie entschieden ist“.* Es geht darum, bibliothekspolitische Interessen und Forderungen zu formulieren, diese auf die politische Agenda zu bringen und Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen.* Im Einzelnen werden mit Public Affairs folgende Zielsetzungen verfolgt:

  • Aufbau und Pflege eines Netzwerkes zu Politik, Gremien, Verwaltung und Interessengruppen;

  • Mobilisierung der Öffentlichkeit bzw. bestimmter Zielgruppen für die Interessen der Bibliothek;

  • Positionierung von Interessen und Themen der Bibliothek im politischen Diskurs durch den Austausch mit redaktionellen Medien und Fürsprechern, um insgesamt

  • politische Entscheidungen zu verändern, zu beschleunigen, zu verzögern oder zu verhindern.*

Relevanz

Frauke Schade: Relevanz (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.4.4.3)

Bibliotheken verfolgen mit ihren Angeboten wohlfahrtsorientierte Zielsetzungen, die auf die Erfüllung eines gesellschaftlichen Auftrages ausgerichtet sind. Die Rahmenbedingungen für bibliothekarisches Handeln geben vor allem politische Entscheidungen und nicht das marktliche Prinzip von Angebot und Nachfrage vor.* Die öffentliche Subventionierung muss sich durch den kollektiven Wert und die Erfüllung eines relevanten Gemeinschaftsinteresses legitimieren.* Legitimität im Sinne von an die Erwartungen des Umfeldes angepasstem und akzeptiertem Handeln ist für Bibliotheken deshalb ein wichtiger strategischer Erfolgsfaktor und in der Finanzierungskonkurrenz mit anderen öffentlich finanzierten Einrichtungen vor Ort ein Unterscheidungsmerkmal, das darauf ausgerichtet ist, die Existenz der Bibliothek sicherzustellen.* Legitimität kann nur durch die Zuschreibung von Akzeptanz durch Dritte erworben werden. Sie entsteht in den „Arenen der öffentlichen Meinungsbildung“* und wird stets neu verhandelt. Sie misst sich an der Fähigkeit, aktuelle Entwicklungen zu antizipieren und sich dazu mit einem innovativen, bedarfsgerechten und gesellschaftlich relevanten Angebot zu positionieren.* Im Spannungsfeld gesellschaftlicher, technologischer, ökonomischer, infrastruktureller und medialer Herausforderungen müssen Bibliotheken beweisen, welchen Beitrag sie zur Daseinsvorsorge leisten. Für Bibliotheken ist es dabei herausfordernd, die Breite des Angebots, ihre Relevanz und den gesellschaftlichen Wert anschaulich auf den Punkt zu bringen. Das tendenziell anachronistische Image von Bibliotheken und Bibliothekaren sowie die Tatsache, dass der Wandel von Bibliotheken in der digitalen Gesellschaft vom traditionellen Aufbewahrungsort von Büchern hin zum modernen Dienstleistungsunternehmen auch bei politischen Entscheidungsträgern noch nicht durchschlagend angekommen ist, stellt eine weitere Herausforderung für Public Affairs von Bibliotheken dar.* Im Rahmen von Public Affairs ist dabei häufig „[…] die Frage zu beantworten, warum Bibliothekare und Bibliotheken auch heute noch notwendig sind“.*

Akteure, Partner und Zielgruppen

Frauke Schade: Akteure, Partner und Zielgruppen (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.4.4.4)

Zielgruppen von Public Affairs sind einerseits Mandatsträger von Parlamenten, Regierungen, Ministerien, Parteien sowie Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung, andererseits Vertreter von Verbänden, Interessenvertretungen, Initiativen und weitere Multiplikatoren sowie die Öffentlichkeit bzw. verschiedene Teilöffentlichkeiten.* Abhängig von ihrer Finanzierung auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene spielt Public Affairs für Bibliotheken auf den verschiedenen Ebenen der föderalen Struktur Deutschlands sowie international eine Rolle. Die Akteure, die Public Affairs für Bibliotheken bestreiten, arbeiten eng zusammen. Vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt ist dies heute wichtig, denn politische Entscheidungen fallen nicht nur auf nationaler Ebene, sondern der Willensbildungsprozess findet auch auf europäischer und/oder internationaler Ebene statt und wird anschließend häufig in der Gesetzgebung und insbesondere auch in der Förderpolitik national umgesetzt. Dies war und ist bspw. beim Urheberrecht und beim Datenschutz sowie bei der Förderung von Forschung und Entwicklung der Fall.*

Akteure auf Bundesebene

Frauke Schade: Akteure auf Bundesebene (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.4.4.4.1)

Für die Interessenvertretung der Bibliotheken in Deutschland sind maßgeblich die Verbände zuständig. Dazu gehören der Deutsche Bibliotheksverband (dbv), der Berufsverband Information Bibliothek (BIB) und der Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VDB). Der Dachverband Bibliothek und Information Deutschland (BID) bündelt die Interessen und Positionen der genannten drei Verbände und verstärkt ihre Stimme gegenüber Politik auf Bundes- und Länderebene, der Fachcommunity und in der Öffentlichkeit. Mit Stellungnahmen und Positionspapieren versuchen die Verbände, Einfluss auf die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen zu nehmen und Bibliotheken bei der Umsetzung ihrer Ziele zu unterstützen (s. Kap. 7.4.4.5). Auf europäischer Ebene arbeiten sie mit dem European Bureau of Library, Information and Documentation Associations (EBLIDA)* und der Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER);* auf internationaler Ebene vor allem mit der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA)* zusammen.

Bibliothek Information Deutschland (BID)

Der BID gehören der Institutionenverband Deutscher Bibliotheksverband (dbv), die Personalverbände Berufsverband Information Bibliothek (BIB) und Verein der Deutschen Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VdB) mit ihren Vorsitzenden sowie die ekz.bibliotheksservice GmbH und das Goethe-Institut an. Die BID versteht sich als Forum, aktuelle bibliotheks- und bildungspolitische Themen zu diskutieren und Strategien gemeinsam zu entwickeln.

Deutscher Bibliotheksverband (dbv)

Der Deutsche Bibliotheksverband ist der Institutionenverband, in dem rund 3.000 Bibliotheken und weitere Einrichtungen organisiert sind. Der dbv vertritt die Interessen der Bibliotheken gegenüber Entscheidungs- und Mandatsträger aus Parlamenten, Regierungen, Ministerien, Spitzenverbänden und Gebietskörperschaften auf Bundes- und – zusammen mit seinen Landesverbänden – auf Landesebene. Primäres Ziel des dbv ist es, die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Bibliotheken in einer nationalen Bibliotheksstrategie sicher zu stellen und die Sichtbarkeit von Bibliotheken zu steigern.

Berufsverband Information Bibliothek (BIB)

Der BIB vertritt als Personalverband die Interessen seiner Mitglieder. Ihm gehören rund 6.300 Bibliothekare, Medienarchivare und Dokumentare, Fachangestellte, Bibliotheksassistenten, Studierende und Auszubildende an.* Primäres Ziel des BIB ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen seiner Mitglieder, die Imageprofilierung der Fachcommunity und Nachwuchsförderung. Politisch setzt sich der BIB für eine ausbildungsadäquate Besoldung und tarifliche Eingruppierung, die berufliche Weiterqualifizierung sowie ein modernes Berufsbild ein.

Verein Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VDB)

Ebenso wie der BIB ist der VDB ein Personalverband mit einem ähnlichen Aufgabenprofil. Der Verband vertritt rund 1.700 Mitglieder, die jedoch überwiegend aus wissenschaftlichen Bibliotheken auf der Ebene des höheren Dienstes kommen. Ziele des VDB sind insbesondere die Interessenvertretung sowie die Verbesserung der Vernetzung und Weiterqualifizierung seiner Mitglieder.

Kompetenznetzwerk Bibliotheken (knb)

Das knb wurde auf Initiative des dbv von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz; KMK) eingesetzt und wird von den Ländern finanziert. Auftrag des Netzwerkes ist es, überregionale fachliche und politische Fragestellungen und Themen als Planungs- und Entscheidungsgrundlage auf Bundes- und Landesebene zu erarbeiten. Dem Netzwerk gehören die Bibliotheksverbundsysteme, die Bibliotheken mit nationalen Aufgaben, die staatlichen Fachstellen sowie jeweils ein Vertreter des dbv und der KMK an. Darüber hinaus forcieren zwei Arbeitsbereiche des knb, die beim dbv angesiedelt sind, die EU- und Drittmittelberatung sowie die Pflege internationaler Beziehungen. Als externer Partner unterstützt das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) das knb. Das hbz unterhält und pflegt die Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS), die die Leistungen von Bibliotheken in Kennzahlen abbildet und damit auch eine wichtige Grundlage dafür liefert, politische Forderungen zu untermauern und zu belegen.

Akteure auf Landesebene

Frauke Schade: Akteure auf Landesebene (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.4.4.4.2)

Die Länder sind für die Unterhaltung der Landes- und der meisten Regional- sowie der Hochschulbibliotheken zuständig.* Public Affairs richtet sich deshalb primär an die Landespolitik. Das Berufsfeld Bibliothek und Information wird hier insbesondere durch die Landesverbände und -gruppen des dbv in der föderalen Struktur vertreten. Bei wissenschaftlichen Bibliotheken haben zudem Beratungsgremien der Wissenschaftspolitik, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der Wissenschaftsrat (WR), die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) für Bund und Länder, die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) sowie weitere Einrichtungen und Initiativen einen maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung von einzelnen Bibliotheken und von Informationsinfrastrukturen. Sie positionieren sich zu aktuellen Fragen und Entwicklungen der Informationsversorgung und Digitalisierung, beraten Politik, Träger und Bibliotheken, entwickeln Modelle, geben Empfehlungen und formulieren Forderungen.* Die in den Empfehlungen und Programmen hinterlegten Fördersummen sind zum Teil erheblich, was sich vor allem in der DFG-Förderung zeigt.* Sie haben zum Aufbau der Sondersammelgebiete in der Vergangenheit, zur Neuausrichtung der überregionalen Literaturversorgung und zur Transformation der Sondersammelgebiete in „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ (FID), zur Digitalisierung historischer Bestände in großem Umfang, zur Erwerbung und Lizenzierung von digitalen Publikationen im Rahmen der Nationallizenzen und Allianzlizenzen geführt oder fließen in Programme der digitalen Langzeitarchivierung.*

Akteure auf kommunaler Ebene

Frauke Schade: Akteure auf kommunaler Ebene (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.4.4.4.3)

Als freiwillige kommunale Einrichtungen sind Öffentliche Bibliotheken in vielen Bundesländern nicht über ein Bibliotheksgesetz abgesichert und auf eine „Licence to Operate“ politischer Mandatsträger und der Öffentlichkeit angewiesen. Zielgruppen im Rahmen der Public Affairs sind auf kommunaler Ebene einerseits Mandatsträger von Parteien und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung, andererseits Vertreter von Verbänden, Interessenvertretungen, Initiativen sowie weitere Multiplikatoren in der Öffentlichkeit.*

Bibliotheken auf die Tagesordnung – Public Affairs vor Ort

Frauke Schade: Bibliotheken auf die Tagesordnung – Public Affairs vor Ort (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen,hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 7.4.4.5)

Wer sich in den politischen Diskurs einbringen will, muss umfassend informiert sein über Zuständigkeiten, Willensbildungsprozesse und Entscheidungsstrukturen im politischen Raum sowie über aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen und Programme.* Die Phasen und die zeitliche Abstimmung von politischen Willensbildungsprozessen geben sowohl in der öffentlichen als auch in der nichtöffentlichen Kommunikation die Taktung für Strategien von Public Affairs vor.*

Themenmanagement

Darüber hinaus müssen Bibliotheken über Argumente verfügen, um bibliothekspolitische Zielsetzungen im Kontext lokaler oder gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen zu verorten und zu vertreten. Dies setzt die Kenntnis und das aktive Monitoring aktueller politischer Entwicklungen und Initiativen ebenso voraus wie die Kenntnis von Förderprogrammen und -initiativen. Dabei geht es um ein aktives Themenmanagement, das über die proaktive Selbstthematisierung der Bibliothek hinausgeht.

Themenmanagement bezieht sich dabei darauf, gesellschaftlich relevante Themen in Bezug zur Bibliothek systematisch zu identifizieren, professionell aufzubereiten und im persönlichen Austausch, in Netzwerken, auf eigenen Kommunikationskanälen sowie in redaktionellen Medien zu platzieren, um einen Diskurs in der Öffentlichkeit oder in Teilöffentlichkeiten anzuregen.*

Themenmanagement kann dabei zwei Funktionen erfüllen: Mit der Thematisierungsfunktion vermittelt die Bibliothek, welche Themen, Entwicklungen und Ereignisse für sie relevant sind. Mit der Themengestaltungsfunktion stellt sie dar, wie sie sich zu aktuellen Themen positioniert und ihr Handeln legitimiert.* Insgesamt geht es darum, spezifische Anlässe zu nutzen und zu zeigen, welchen Beitrag die Bibliothek damit bei der Gestaltung der digitalen Gesellschaft, beim Lebenslangen bzw. Lebensbegleitenden Lernen für die verschiedenen Zielgruppen der Bibliothek, bei der Entwicklung von Informationsinfrastrukturen, bei Open Science oder bei der Integration von Geflüchteten oder gesellschaftlich benachteiligten Gruppen leistet.

Ausgehend vom Selbstverständnis und der Positionierung der Bibliothek werden Interessen, Kernbotschaften und Themen identifiziert, die im kommunalen oder im Hochschulkontext aktuell relevant sind und im Hinblick auf die Eignung für das Themenmanagement der Bibliothek bewertet werden. Darauf aufbauend werden Thematisierungsstrategien für die persönliche Kommunikation, in Form von Pressemitteilungen, Stellungnahmen, Berichten für die Medien- und die Netzöffentlichkeit ausgearbeitet.* In einem ersten Schritt geht es darum, Themen in der Medien- und Netzöffentlichkeit aufzubauen. In einem zweiten Schritt müssen Themen und Botschaften regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden (Abb. 1).*

Abb. 1: Themenmanagement

Quelle: Frauke Schade

Zur Entwicklung von politischen Argumenten und von Themen bieten die Verbände mit Positionspapieren, Kampagnen und weitere Initiativen zahlreiche Anregungen:

IFLA

Public Library Manifest, 2019

Das Manifest proklamiert den Anspruch der UNESCO an die Öffentliche Bibliothek als lebendige Kraft für Bildung, Kultur und Information und als wesentlichen Faktor für die Förderung von Frieden und geistigem Wohlstand. Es benennt die Öffentliche Bibliothek als zentral für die Freiheit und Gerechtigkeit in Bezug auf den Zugang aller Menschen zu Wissen und Informationen.

IFLA Trend Report, seit 2013

Der IFLA-Trend-Report identifiziert seit 2013 Zukunftstrends zu denen Bibliotheken sich positionieren müssen.

Abruf unter: https://trends.ifla.org/

Lyoner Erklärung, 2014

Auf Initiative der IFLA wurde durch die Lyoner Erklärung erreicht, dass der freie Zugang zu Information in die „2030 Agenda“ der Vereinten Nationen aufgenommen wurde. Dieser „Weltzukunftsvertrag“ formuliert nachhaltige soziale, ökonomische und ökologische Entwicklungsziele, auf die sich die Mitgliedstaaten im September 2015 verständigt haben, und löste 2016 die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) ab.

Abruf unter:

https://www.lyondeclaration.org/content/pages/lyon-declaration-de.pdf

IFLA Internet Manifesto, 2018

Das IFLA-Internet-Manifest zeigt auf, welche Herausforderungen sich an die Gesellschaft durch das Internet stellen und welche Rolle Bibliotheken bei der Gewährleistung eines freien Zugangs zu Information spielen.

Abruf unter:

https://www.ifla.org/files/assets/faife/publications/policy-documents/internet-manifesto-2014-de.pdf

IFLA Code of Ethics for Librarians and other Information Workers

Der Ethik-Kodex umfasst eine Reihe ethischer Empfehlungen, die zum einen einzelnen Bibliothekaren und sonstigen im Informationssektor Beschäftigten zur Orientierung dienen sollen und zum anderen Bibliotheks- und Informationsverbänden Anregungen bei der Erarbeitung und Überarbeitung ihres eigenen Kodex bieten sollen.

Abruf unter:

https://www.ifla.org/files/assets/faife/codesofethics/germancodeofethicsfull.pdf

BID

Ethische Grundsätze der Bibliotheks- und Informationsberufe, 2016

Die BID hat sich mit ihren Mitgliedern auf ethische Grundsätze verständigt, die dem Verband, den Mitgliedern selbst und darüber hinaus allen Angehörigen des Bibliothekswesens in Ausbildung und Beruf, in Forschung und Lehre zur Orientierung in berufsethischen Fragen und als Grundsätze guten Handelns dienen sollen. Sie sollen zur Reflexion und Diskussion über Handlungsprinzipien anregen und Transparenz gegenüber Nutzerinnen und Nutzern und gegenüber der Gesellschaft schaffen

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