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Rechtliche Grundlagen der Bibliothekspraxis: Online-Recht - Einleitung

Garantiert 11.5.2022, Lutz Gollan, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Lutz Gollan: Einleitung (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2015, Abschn. 10.5.1)

Das Online-Recht befasst sich mit den rechtlichen Fragen, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Medien entstehen, die über elektronische Netzwerke, insbesondere das Internet, bereitgestellt und abgerufen werden. Im Jahr 2022 ist auch für Bibliotheken die Nutzung, aber auch die Bereitstellung von Informationen in Cloud-Umgebungen Alltag. Dabei werden nicht nur online-basierte Datenspeicher verwendet, sondern auch Anwendungen („Software as a Service“, SaaS), Entwicklungsumgebungen („Platform as a Service“, PaaS) oder ganze Rechner-Infrastrukturen („Infrastructure as a Service“, IaaS) von Dritten gemietet. Bestimmte Software-Programme stehen mittlerweile nur noch im Ausnahmefall als lokal installierbare Anwendungen zur Nutzung bereit. Damit liegt eine deutliche Abhängigkeit vom Anbieter vor – wenn dieser seine Dienste einstellt, ist die Software nicht mehr nutzbar.

Für die Nutzerinnen und Nutzer erhöht dies grundsätzlich die Verfügbarkeit, sei es zeitlich, sei es örtlich. Außerdem bieten Cloud-Dienste die Möglichkeit, mit verschiedenen Endgeräten oder auch unmittelbar zwischen verteilten Computern die Daten nutzen zu können. Für die anbietenden Einrichtungen steigt dabei die Komplexität aufgrund der Vernetzung, so dass wiederum spezialisierte Dienstleister im Hintergrund eingebunden werden. Andererseits erlauben verteilte und virtualisierte Systeme hoch verfügbare und skalierbare Angebote. Die zunehmenden Angriffe auf digitale Systeme (u. a. durch „Cyber-Crime“) haben wiederum zu gesetzlichen Regelungen hinsichtlich der Informationssicherheit auch für „einfache“ Webseiten-Betreiber geführt (s. u. 10.5.3.3).

Die Nicht-Greifbarkeit von elektronischen Informationen, ihre leichte Kopierbarkeit und die gesunkenen Speicherkosten bringen eine Tendenz zur faktischen Sozialisierung rechtlich geschützter Immaterialgüter mit sich. Zusätzlich entspricht eine Kopie eines digitalen Mediums (fast) immer dem Original, so dass eine Verfolgbarkeit von Vervielfältigungen nur schwer möglich ist (eine Ausnahme bilden neuerdings die „Non-Fungible Tokens“, die über Blockchain-Algorithmen die Einmaligkeit eines digitalen (Kunst-) Werkes sicherstellen sollen). Dies führt nicht nur im Urheberrecht, sondern auch im Strafrecht zu Interessenkonflikten, die zunehmend gesetzlich, aber weiterhin auch durch Richterrecht geregelt werden (vgl. die Entscheidungen auf

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