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Stark-Watzinger: „Flüchtlingskindern Bildungschancen ermöglichen“

6.1.2022, Online-Redaktion Verlag Dashöfer, Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Lesen zu können, ist die Grundlage für eine erfolgreiche Schul- und Bildungslaufbahn sowie für die spätere gesellschaftliche Teilhabe. Doch besonders Flüchtlingskinder haben hier häufig Förderbedarf. Das Bundesbildungsministerium setzt deshalb gemeinsam mit der Stiftung Lesen seine Initiative fort, um diese Kinder beim spielerischen Erstkontakt mit der deutschen Sprache zu unterstützen.

Dazu erklärt Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger:

„Es muss unser gemeinsames Ziel sein, Bildungschancen für alle zu ermöglichen. Jedes Kind, das in unserem Land lebt, muss die Möglichkeit haben, einen Schulabschluss zu machen und anschließend eine Berufsausbildung oder ein Studium zu absolvieren. Das ist die Chance, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Damit uns das gelingt, ist Lesen die Grundvoraussetzung. Flüchtlingskinder haben hier häufig besonderen Förderbedarf. Deshalb starten wir mit der Leseförderung schon im Kleinkindalter. Wir sollten alles dafür tun, dass eine Integration in unser Bildungssystem bestmöglich gelingt.“

Leseprobleme können zum Hindernis für den ganzen weiteren Bildungsweg werden. Dies gilt ganz besonders für Flüchtlingskinder. Kinder, die zugewandert sind, schneiden in Bildungsvergleichsstudien wie PISA oder IGLU durchweg schlechter ab. Dies gilt in besonderem Maße für Kinder aus den Hauptherkunftsländern von Schutz- und Asylsuchenden. Ihre Integration in unser Bildungssystem ist eine Herausforderung, auch weil Flüchtlingskinder häufiger als in Deutschland geborene Kinder keine Kita besuchen. Damit ihre Integration gelingt, braucht es die gemeinsame Anstrengung vieler gesellschaftlicher Akteure. Gemeinsam mit der „Stiftung Lesen“ sollen Kinder aus Flüchtlingsfamilien so früh wie möglich mit der deutschen Sprache vertraut gemacht werden – über Bilderbücher, über Vorlesen, über Erzählen. Kinder sind neugierig und lernen schnell. Je jünger sie mit einer Sprache in Kontakt kommen, desto besser werden sie sie später beherrschen.

Hintergrund:

Nicht zuletzt aus Untersuchungen wie der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Langzeitstudie „ReGES – Refugees in the German Educational System“ ist bekannt, dass eine frühe Förderung unter aktivem Einbezug der Familien den Einstieg in das deutsche Bildungssystem vereinfachen kann.

Deshalb verfolgt das BMBF den Ansatz, Kinder bereits unmittelbar bei der Ankunft in Deutschland möglichst niederschwellig mit der deutschen Sprache in Kontakt zu bringen. Hierfür hat die „Stiftung Lesen“ in den letzten Jahren ein umfangreiches Netzwerk aus Mitarbeitenden der Erstaufnahmeeinrichtungen aufgebaut, die mit hohem persönlichen Engagement die Kinder beim Einstieg in die deutsche Sprache unterstützen.

Diese Arbeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen soll nun in fünf Modellregionen auch auf andere kommunale Unterkünfte für Flüchtlingsfamilien ausgeweitet werden. Dafür sollen Netzwerke kommunaler Akteure aufgebaut werden. Diese wiederum sollen zum Vorbild für eine gelingende regionale Integrationsarbeit werden.

Erstaufnahmeeinrichtungen und weitere kommunale Flüchtlingsunterkünfte werden zunächst mit altersgerechtem Material ausgestattet. Herzstück des Projektes ist das Lesestart-Set: In den bunten Stofftaschen steckt für die jüngeren Kinder ein Wimmelbuch und für Kinder ab dem Vorschulalter ein Comic sowie Informationsmaterial für die Eltern mit Informationen rund ums Vorlesen und Erzählen. Die Sets werden den am Projekt teilnehmenden Einrichtungen zur Verfügung gestellt, um sie an die geflüchteten Familien weiterzugeben.

Für die Helferinnen und Helfer in den Einrichtungen gibt es Medienboxen zur gemeinsamen Nutzung mit Kindern und Eltern, Fortbildungen sowie Qualifizierungsangebote, die sie bei ihrer sprachfördernden Arbeit mit den Kindern und Eltern unterstützen sollen. Zusätzliche digitale Informationsangebote sollen die Familien selbst sowie die Unterstützerkreise für das Themenfeld Vorlesen und Erzählen sensibilisieren.

Das BMBF finanziert das Projekt mit rund 1,8 Millionen Euro. Es schließt an die von 2015 bis 2021 geförderten Vorgängervorhaben „Lesestart für Flüchtlingskinder“ und „Lesen bringt uns weiter. Lesestart für Flüchtlingskinder“ an.

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