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Management und Marketing: Grundlagen des Managements – Grundprinzipien erfolgreichen Managements

Garantiert 28.2.2019, Hans-Christoph Hobohm, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Hans-Christoph Hobohm: Grundprinzipien erfolgreichen Managements (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2019, Abschn. 3.1.7)

Darauf aufbauend formuliert Peter Schwarz (1996, S. 34 ff.) sechs Grundprinzipien erfolgreichen Managements. Die Kernaufgabe des Managements ist, das ganze System des Unternehmens auf Marketing als Denkhaltung auszurichten. Marketing ist ganz grundsätzlich die Gestaltung von Input- und Output-Beziehungen vorhandener oder zu beschaffender Ressourcen und intendierter, effektiver Leistungen in einem marktorientierten Austauschprozess.

Anreiz-Beitrags-Prinzip

Marketing wird in der Alltagssprache oft mit Werbung und Verkauf gleichgesetzt. Dies wird aber dem allgemeinen, tiefergehenden Marketingkonzept nicht gerecht (vgl. Kap. 3.4). Grundlage des Marketing als Unternehmensphilosophie, die sich übrigens nicht nur im Profit-Bereich der Privatwirtschaft durchgesetzt hat, ist das „Anreiz-Beitrags-Prinzip“. Es besagt, einfach gesagt, wenn ich etwas von jemand anderem haben möchte, so muss ich ihm etwas dafür geben. Und im Normalfall möchte ein Unternehmen mit seinen möglichst zahlreichen Kunden einen hohen Umsatz generieren. Auch eine nicht nur auf Profit orientierte Organisation muss sich gut „verkaufen“ gegenüber allen Partnern, von denen sie Beiträge erwartet, d.h. zum Beispiel dem Unterhaltsträger Anreiz geben in die Bibliothek oder Informationseinrichtung zu investieren. Das Anreiz-Beitrags- Denken wirkt jedoch nicht nur in den Außenbeziehungen zu Kunden und „stakeholdern“, es ist auch Grundlage für die Beziehungen zu allen Beteiligten „im Inneren“ der Organisation, d.h. auch gegenüber den Mitarbeitern. Es prägt das Betriebsklima, die Organisationskultur, das Image und damit letztlich Zufriedenheit und Akzeptanz aller „Beitragsleister“.

Ganzheits- und Gleichheits-Prinzip

Das zweite Grundprinzip erfolgreichen Managements ist das „Ganzheits- und Gleichheits-Prinzip“. Auch dieses erscheint zunächst als eine Alltagsweisheit. Die durch das Management geschaffenen Strukturen und Institutionen müssen so geartet sein, dass stets gesamt-institutionelles Handeln und Verhalten möglich ist, und dass alle Einheiten dem Leitbild und Unternehmensziel von Bibliothek und Informationseinrichtung entsprechen können. Durch Vermeidung von Ungleichgewichtigkeiten und inhomogenen Machtstrukturen soll angestrebt werden, dass „alle am gleichen Strang ziehen“. Durch Ungleichheiten im Inneren wird eine Identifikation mit dem ganzen erschwert und jeder Einzelne hat dann zunächst nur noch seinen (vermeintlich) benachteiligten eigenen Arbeitsbereich im Blick.

Das Prinzip der strategischen Führung

Peter Drucker gilt nicht nur als der wichtigste Vertreter – wenn nicht Urheber – des Konzepts der Wissensgesellschaft (The Age of Discontinuity, 1969), sondern auch als Erfinder des mittlerweile allgemein akzeptierten Prinzips strategischer Führung, das unter dem Schlagwort „Management by Objectives“ bekannt wurde (bereits formuliert in „Die Praxis des Management“, 1954).

Management by Objectives (MBO)

„Die Leistung, die vom Manager erwartet wird, wird bestimmt von den Leistungszielen des Unternehmens; seine Leistungen müssen beurteilt werden nach dem, was sie zum Erfolg des Gesamtunternehmens beitragen. Der Manager muss sich im Klaren darüber sein, welche Leistungen auf Grund der Zielsetzungen des Unternehmens von ihm erwartet werden, und sein Vorgesetzter muss wissen, welchen Beitrag er von ihm fordern und erwarten kann, und ihn danach beurteilen.“ (Peter Drucker)

Zusammen mit einem „Management by Exceptions“ (MBE) ergibt sich hier das „Prinzip einer konsequenten Zukunftsorientierung“. Ein ausgereiftes Zielsetzung-, Planungs- und Kontroll- System entlastet den Manager von jeweils untergeordneten Tätigkeiten und schafft ihm Freiraum für seine eigentlich steuernde Leistung. Ganz im Sinne des Zitats von Peter Drucker: „Moderne Manager haben Zeit, über das Wesentliche nachzudenken. Ein Manager wird dafür bezahlt, dass er die großen Fragen seines Unternehmens sauber durchdenkt.“ Es ergibt sich dabei für die jeweils untergeordneten Ebenen ein sehr weiter Handlungsspielraum, der im Zweifelsfall durch Ausnahmeregelungen noch gestärkt werden kann. Der Bibliotheksleiter erweist seinen Mitarbeitern so viel Vertrauen, dass er selbst Abweichungen von den Zielen (objectives) toleriert, sofern sie zur zukunftsorientierten Anpassung und Entwicklung der Einrichtung beitragen.

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