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Praxisbeispiel: Streetworkprojekt der Stadtbibliothek am Mailänder Platz gemeinsam mit der Mobilen Jugendarbeit Stuttgart: Das Umfeld und die Arbeitsweise der Stadtbibliothek am Mailänder Platz

Garantiert 15.5.2019, Elke Brünle, Quelle: Verlag Dashöfer GmbH

Elke Brünle: Praxisbeispiel: Streetworkprojekt der Stadtbibliothek am Mailänder Platz gemeinsam mit der Mobilen Jugendarbeit Stuttgart (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2019, Abschn. 2.2.1)

Im Oktober 2011 wurde die neue Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz als Kernstück und erstes Gebäude des neuen Stadtquartiers „Europaviertel“ eröffnet. Mittlerweile ist ein Großteil der Nachbarbebauung fertig gestellt, darunter seit zwei Jahren auch ein großes Einkaufszentrum mit über 200 Ladengeschäften und Restaurants. Die letzten Baulücken sind noch nicht geschlossen, doch schon jetzt hat sich das Europaviertel zu einem sehr lebendigen Innenstadtquartier entwickelt, das v. a. ein junges Publikum anzieht.

Diesem dynamischen Umfeld und den damit einhergehend immer wieder neuartigen Besuchergruppen mit je spezifischen Interessen begegnet die Stadtbibliothek am Mailänder Platz mit einem besonders sorgsamen Blick auf den Publikumsbetrieb und einer agilen, rasch auf Veränderungen reagierenden Arbeitsweise. Dazu gehören ein engmaschiger Austausch über operative wie konzeptionelle Themen und die Bearbeitung von komplexen Aspekten oder Problemlagen in hausweiten Prozessen, die systemisch angelegt und auch als solche von der Hausleitung moderiert werden. Der Teilnehmerkreis der einzelnen Prozesse hat fluiden Charakter und setzt sich jeweils aus wechselnden, von den Teams delegierten Mitgliedern verschiedener Hierarchieebenen zusammen.

Herausforderung Jugendcliquen: eine Anfrage an die Hauskultur sowie eine vielgestaltige Managementaufgabe

Elke Brünle: Herausforderung Jugendcliquen: eine Anfrage an die Hauskultur sowie eine vielgestaltige Managementaufgabe (In: Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen, hrsg. von Prof. Dr. Konrad Umlauf • Prof. Cornelia Vonhof, Hamburg: Dashöfer 2019, Abschn. 2.2.1.1)

Als ein Ort, der aufgrund seiner Architektur, seiner Technik und seines Ambientes unter jungen Leuten als besonders attraktiv gilt und der auf jeder Etage mit der „Jungen Bibliothek“ explizit breite Angebote für diese Altersgruppe macht, zählt die Stadtbibliothek am Mailänder Platz seit ihrer Eröffnung einen hohen Anteil an Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu ihrem Regel- und Zielpublikum.

Im Herbst 2015 jedoch sah sich das Bibliothekskollegium binnen weniger Wochen einer Herausforderung durch junge Besucher gegenüber, welcher mit einem internen Problemlösungsprozess nach dem erprobtem Muster nicht zu begegnen war: Witterungsbedingt verlagerten zahlreiche Jugendcliquen, die sich den Sommer über auf dem zeitgleich mit dem Einkaufszentrum fertig gestellten Mailänder Platz getroffen hatten, ihren Treffpunkt in die Bibliothek, ohne dabei ihr Verhalten an die andere Örtlichkeit anzupassen. Bislang nicht gekannte Konflikte und Konfrontationen mit anderen Besuchern sowie mit dem Personal und dem Wachdienst der Bibliothek waren die Folge. Teilweise machten die Regelverstöße auch das Einschalten der Polizei und Hausverbote erforderlich. Die entstandene Situation vereinte ein ganzes Bündel an Herausforderungen, u. a. war sie eine Anfrage an

  • das Selbstverständnis der Bibliothek als offenes Haus und als Ort,

  • die Kultur des Miteinanders im Haus und die bestehenden Hausregeln,

  • die Kommunikation zwischen Personal und Besuchern,

  • die Rolle und den Handlungsrahmen der Mitarbeiter im Umgang mit auffälligen Besuchern,

  • die Sicherheitsvorkehrungen im Haus sowie

  • die Handhabe und Wirksamkeit von Sanktionsmaßnahmen.

An all diesen, die Hausphilosophie und -kultur betreffenden Aspekten hat das Kollegium seit der Eröffnung der Bibliothek kontinuierlich und intensiv gemeinsam gearbeitet. Vor dem Hintergrund der entstandenen Situation wurden zahlreiche Aspekte erneut reflektiert sowie teilweise konkretisiert. Ihrem Grundsatz und Selbstverständnis, ein offenes, serviceorientiertes Haus von Menschen für Menschen zu sein und alle Bevölkerungskreise und Altersgruppen gleichermaßen willkommen zu heißen, blieb die Bibliothek dabei unverändert treu. Vielmehr wurden kurzfristig hausintern zunächst folgende Maßnahmen ergriffen:

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